Während der vergangenen drei Wochen hatten sich der Syker Künstler und Journalist Detlev Voges, der Bremer Reinhard Osiander und der aus Nigeria stammende Emmanuel Eni auf ihre Arbeiten konzentriert. Zwei Douglasien und eine Eiche wurden zu drei beeindruckenden Statuen umgeformt. Letztlich entstanden dabei ein Amtmann, ein Hirsch und ein Totempfahl. "Ein Blatt-Geist-Totem", betont der 44-jährige Eni, "viele Gesichter im Dschungel, gekrönt von einer Sonne."
Zwei Skulpturen bleiben auf der Wiese des Vorwerks, die dritte, nämlich der Hirsch, "wandert" heute in den Wald. Passend zum normalen Aufenthaltsort wird das Waldtier des diplomierten Künstlers Osiander im Syker Friedeholz ein ständiges Zuhause finden. "So kommen auch am Kreismuseum vorbeifahrende Menschen kurzfristig in einen Kunstgenuss", sagte Ralf Vogeding schmunzelnd. Der Museumsdirektor begrüßte die Anwesenden und wies darauf hin, dass hier am Vorwerk Geschichte, Natur und Kultur eine Einheit bilden. Sein Dank ging an die vielen Helfer, so auch den Landschaftsverband Weser-Hunte, die das Symposium ermöglicht hatten.
Die Kuratorin des Vorwerks Nicole Giese war der Meinung, dass der Hirsch und seine beiden "Kollegen" den Kunstschaffenden einiges an Kraft und Intensität abverlangt haben. "Die Ergebnisse sind bemerkenswert!"
Zu den Werken von Osiander meinte sie: "Die Objekte entstehen aus Addition und Konstruktion, Zusammenbauen und Herausschneiden. Als einziger hat Osiander seinen Eichenstamm zunächst zersägt und einzelne Blöcke und Teile neu zusammengefügt, bevor er mit dem detaillierten Herausarbeiten der Figur begann." Bei der Figur des Vogesschen Amtmannes fühlte sich Giese an die vielen Amtmänner erinnert, die hier gewohnt und Haus und Gelände geprägt haben.
Den Kontrast dazu bildet der riesige, fünf Meter hohe Totem von Eni, der seit 1993 in Deutschland lebt. Neben dem Bildhauern ist der Master of Arts auch Maler und Performancekünstler. Und das stellte er gekonnt unter Beweis.
Nachdem zuvor eine dreiköpfige Trommlergruppe einer afrikanisch-bremischen Schule die Zuschauer in leicht beschwingte Laune versetzt hatten, kam Eni mit seinem Trommler Aline Sunareh zum Zuge. "Blackman in European Kitchen" nannte er seinen Sprechgesang, in dem er mit humoristischen Anwandlungen beschreibt, wie ein Afrikaner sich in einer europäischen Küche wiederfindet. Dort versucht er, mit völlig ungewohnten Mitteln eine Suppe herzustellen. Den Text, der auch Englisch vorgetragen wurde, konnten die Zuhörer auf Deutsch von den Zetteln ablesen, die Nicole Giese vorher verteilt hatte.
Amüsant und zugleich eindringlich erklangen die Worte - wohl auch, weil Eni immer wieder ein betontes "Syke" dazwischenflocht. "Ganz toll macht er das", war zu vernehmen. Am Ende konnte der Künstler manch einem die große Freude an der eigenen Kochkunst bestens vermitteln.


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