Die beeinträchtigten Spieler jagten mal freudig, mal frustriert, meistens ehrgeizig und engagiert dem Ball nach - so wie es Millionen von Hobbykickern auch machen. Und als Sieger fühlten sich alle, spätestens als jedes Team einen Pokal und jeder Akteure eine Medaille bekamen.
"Schade, dass wir nicht früher schon gewonnen haben", erklärte Andreas, der bei den Weyher Werkstätten in der Abwehr gespielt hatte. Andreas ist auf Gehhilfen angewiesen. Und so stand er eben mit seinen Krücken auf dem Spielfeld und hielt die Abwehr vor Torwart Bernd zusammen. Neben ihm agierte Timo, der den viel zu schnell wieder in die Weyher Spielhälfte gekommenen Ball resolut ins Aus bugsierte. "Wir spielen sonst in einer richtigen Mannschaft mit", erklärte Timo, denn die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst bietet eine integrative Fußballmannschaft mit behinderten und nicht behinderten Menschen an, die an der regulären Punkterunde teilnimmt. Aber auch zum Werkstatt-Programm gehöre regelmäßiger Sport, berichtet Thorsten Mühlenhardt, Gruppenleiter bei der Weyher Delme.
Stefan, der später dem gegnerischen Torwart Trost spenden sollte, hatte gerade das 2:0 der Weyher gegen Altenoythe II erzielt und ließ sich auswechseln. Stolz berichtete er von seinem Erfolg und sah besorgt, dass sein Mitspieler Martin sich eine leichte Blessur zugezogen hatte. Trainer Mühlenhardt begleitete den Verletzten zum Sanitäter, und Stefan musste wieder aufs Feld. Derweil schoss Henner mit einem gewaltigen Distanzschuss das 3:0 und drehte jubelnd ab. Das war der Sieg für Weyhe, der Erfolg, mit dem sie eben Vierter der Gruppe und damit nur Vorletzter wurden. "Wir sind sogar Dritter", freuten sich Sven und Lars aus Bassum. Stürmer Norbert hatte für das Turnier kaum trainiert und trotzdem zwei Tore geschossen. Der Bassumer Gruppenleiter Jens Karius hatte also das glücklichere Trainerhändchen als sein Weyher Kollege. Oder lag es am weiblichen Fanclub, den die Bassumer Delme-Beschäftigten am Spielfeldrand hatten? Karius musste aber auch noch als Stadionsprecher und Turnierleiter
agieren und würde auch im nächsten Jahr mitmachen.
Ganz normal war der Einsatz für die Schiedsrichter Denez Ersoz und Steffen Bönsch vom TSV Bassum: "Wir pfeifen natürlich etwas großzügiger und achten nicht auf jeden falschen Einwurf. Und es hat uns viel Spaß gemacht."


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