"Designed for all", heißt es nach Martin Zaleski. Soll heißen: Barrierefreiheit für jeden. "Das geht nicht nur Menschen mit Behinderung etwas an, sondern auch Mütter, Kinder und alle anderen Bürger", erklärt Zaleski, der selbst im Rollstuhl sitzt. Am Montagabend wurde klar, wo die Schwachstellen in Bassum liegen. Hans-Joachim Günther, Vorsitzender der Wirtschaft- und Interessengemeinschaft Bassum (WIR), fordert an erster Stelle, dass das Verständnis gesunder Menschen gefördert werden müsse. "Die Bevölkerung nimmt zu wenig Anteil", so seine Beobachtungen. Mögliche Lösung: Kinder bereits in der Schule für das Thema Behinderung sensibilisieren. Sitzungsbesucher Uli Schneider, ebenfalls Rollstuhlfahrer, war vor einiger Zeit selbst in einer Schule zu Gast und hat mit den Kindern dort über Hilfeleistungen gesprochen.
Daneben gibt es in Bassum einige Hürden. Als Beispiele wurden in erster Linie ein Bordstein an der Bauhofstraße vor dem Gebäude einer Arztpraxis sowie der Bordstein vor dem Haus drei Linden an der Bremer Straße genannt. An der Bremer Straße werde zudem viel zu schnell gefahren. Mit einer Messtafel könnte die Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen werden, um einen genauen Überblick zu erlangen. Schließlich grenzt auch ein Kindergarten an die alte Bundesstraße 51. "Im Innenstadtbereich komplett Tempo 30 und rechts vor links", lautete eine Forderung. Denn das zeige auch anderenorts Wirkung.
Außerdem problematisch sei der Missbrauch der Behindertenparkplätze. "Die sollten nur von Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen genutzt werden", sind sich die Sitzungsteilnehmer einig. "Viele Menschen wissen nicht, dass sie nicht nur dicht am Eingang sind. Es gibt garantiert keine Bordsteine in der Nähe und sie sind breiter, was das Ein- und Aussteigen mit Gehhilfen und Rollstühlen wesentlich erleichtert", gibt Martin Zaleski zu bedenken. Behindertengerechte Toiletten sind neben den Parkplätzen außerdem Mangelware. Und auch Stolperfallen gibt es in Bassum: das Podest vor dem Rathaus und eine Vertiefung zwischen Gehweg und Straße an der Sulinger Straße. "Die sind auch für gesunde Menschen eine Gefahr", weiß Mechthild Strake vom Behindertenbeirat.
Nachdem nun die ersten Schwachstellen zusammengetragen wurden, werden sich die Beiratsmitglieder über weitere Vorgehensweisen Gedanken machen.Geplant ist dem Rat der Stadt Bassum ein Katalog mit Schwerpunkten zu übergeben, der Aufschluss über Problemstellen gibt. Außerdem wird über Plaketten diskutiert, an denen die Menschen erkennen können, wo sie sich problemlos zurechtfinden können.


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