Und auch hier wird es exotisch, findet zumindest Kuratorin Nicole Giese: Fei Scho aus Bayern geben um 17 Uhr ein Gastspiel. "Die sind noch nie so weit im Norden aufgetreten", sagte Giese gestern während einer Pressekonferenz im Syker Rathaus mit einer Mischung aus Belustigung und Stolz. Die fünf Musiker von Fei Scho beherrschen 18 Instrumente und haben, so Nicole Giese, "traditionelle Mundart und Musik weiterentwickelt". Eigene Texte und Kompositionen wechseln sich ab mit aufbereiteten bayrischen Klassikern. Das sei nicht bayrische Volksmusik, sondern bayrischer Folk, findet Sylke Bischoff vom Mit-Veranstalter Jazz Folk Klassik: "Das gibt es sonst nicht." Auf Empfehlung von Profolk, dem Verband für Lied, Folk und Weltmusik, habe Gerd Harthus die Band für das Festival entdeckt. "Alte Musik in neuem Gewand", verspricht Sylke Bischoff. Nicole Giese ergänzt: "Das passt sehr gut zur ungewöhnlichen Idee des Gartenkultur-Musikfestivals."
Übrigens: Wer möchte, kann anlässlich dieses Konzerts mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) eine Radtour von Bremen aus zum Syker Vorwerk unternehmen. Dieses Angebot gilt auch für andere Veranstaltungen. Weitere Informationen erteilt der ADFC unter 0421/51778820.
"Das muss man insgesamt erleben"
Am Sonntag, 14. August, öffnen Vera und Fritz Vehring erneut ihren parkähnlichen Privatgarten, Henstedter Straße 16, für Liebhaber Neuer Musik. Elnaz Seyedi, Farzia Fallah und Tobias Klich erfüllen das liebevoll angelegte botanische Gesamtkunstwerk des Ehepaars Vehring mit elektroakustischen Kompositionen und Klanginstallationen. Keine klassischen Instrumente, kein klassisches Konzert - deshalb kann man zu diesem Termin auch etwas später kommen als 16 Uhr, ohne die Angst, etwas zu verpassen. "Die Grenzen zwischen bildender Kunst und Musik verschwimmen hier", schwärmt Nicole Giese. "Das muss man insgesamt erleben." Kathrin Wilken, Kulturbeauftragte der Stadt Syke, empfiehlt einfach nur "durch diesen wunderschönen Garten zu lustwandeln". Und Sykes Bürgermeister Harald Behrens findet "es passgenau für das Konzept des Gartenkultur-Musikfestivals, dass die Vehrings ihren Garten zur Verfügung stellen".
Doch neben dem Außergewöhnlichen bleibt auch noch genug Platz für erdige Rockmusik. Der Muhlenhof im Syker Ortsteil Osterholz hat sich hier als Veranstaltungsort etabliert und bietet gleich zwei Konzerte an: Am Sonnabend, 13. August, um 21 Uhr bitten die Frisian Bones zum Irish-Folk-Abend, eine Woche später zur gleichen Uhrzeit wandelt die Red Fox Bluesband auf den Spuren ihrer Vorbilder Stevie Ray Vaughan und Ronnie Earl. Hier ist der Bandname Programm.
Letzter Gastgeber auf Syker Grund ist das Kreismuseum. Hier tritt am Sonntag, 21. August, um 16 Uhr Stone Washed auf und spielt einen Mix von AC/DC bis Led Zeppelin. Alle Konzerte sind kostengünstig, die im Vorwerk und in Vehrings Garten sogar umsonst. "Jeder soll daran teilhaben können", begründet Kathrin Wilken.
Das Gartenkultur-Musikfestival als Veranstaltung des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen beschränkt sich naturgemäß nicht nur auf Syke und Ostrittrum. Bis zum 28. August geht es quer durch Nordwestdeutschland, von Hambergen nach Großenkneten und von Hilgermissen nach Lübberstedt. Das komplette Programm gibt es in Syke in Banken und Geschäften, im Kreismuseum, im Vorwerk und im Bürgerbüro und in der Geschäftsstelle des WESER-KURIER.


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