Mia Unverzagt ist 1970 in Hannover geboren. Sie studierte bis 2004 in Saarbrücken, wonach es sie nach Mexiko und Kuba verschlug. Heute lebt sie in Bassum. Ihre aktuelle Ausstellung "Es geht nicht nur ums Ganze" wurde bereits in Kuba gezeigt und wird nach Syke noch weiterreisen, nach Mexiko und nach Dillingen in Süddeutschland. "Während meiner Zeit im Ausland konnte ich viele Kontakte knüpfen", erklärt die Fotografin und Zeichnerin. Dadurch sind ihre Werke auch im Ausland gefragt.
Doch worum geht es Mia Unverzagt, wenn sie ihre Modelle in absurden Situationen erscheinen lässt und ihnen vollkommen untypische Rollen auferlegt? "Ich möchte Brüche in der Gesellschaft sichtbar machen. Es geht mir nicht darum, Menschen bloßzustellen oder sie vorzuführen", erläutert die Künstlerin ihr Vorgehen. "Sie möchte den scheinbar freien Menschen in seiner Gefangenheit - sei es mit Blick auf das Geschlecht oder der Person an sich - darstellen", fügt der Kurator Sebastian Neußer aus Bremerhaven hinzu. Doch auch Zeichnungen gehören zu ihrem Repertoire. Hier heißt es: "Genau hinschauen."
Bei ihrer Arbeit lässt die Künstlerin den Modellen viel Freiraum: "Ich mache zwar Vorgaben, wie ,Kümmer dich um die Pilze', aber wie die Person das dann macht, bleibt ihr selbst überlassen." Die Fotografin nimmt dann als offene Beobachterin an dem Geschehen teil.
Auf diese Art und Weise sind zahlreiche Serien sozialer Experimente entstanden Die Serien tragen Titel, wie "Darüber reden wir noch", "Was wir auf dem Lande tun" und "Du wartest, bis zu gerufen wirst" sowie "Die Blumen ohrfeigen". "Das Betrachten hinterlässt bei vielen eine Unruhe und sie fragen sich, was das ist und was das eigentlich soll", ist sich Mia Unverzagt bewusst. Doch das ist ihr Ziel: "Ich möchte zum Nachdenken anregen."
Die Ausstellung im Syker Vorwerk eröffnet am Sonntag um 12 Uhr. Die Kuratorin des Syker Vorwerks, Nicole Giese, wird die Gäste begrüßen, wonach Sebastian Neußer eine kleine Einführung zur Ausstellung hält. Die Anzahl der Bilder, die zu sehen sein werden, wurde bewusst klein gehalten. "Es sollte nicht so überladen sein, denn so bleibt Platz für Interpretationen", erklärt Neußer. Außerdem wurde gänzlich auf Beschriftungen verzichtet, denn "die Leute sollen sich ihre eigenen Gedanken machen. Viele bekommen Angst, wenn sie keine Beschriftungen sehen, denn sie denken, sie müssten bei einer Ausstellung etwas verstehen, doch sie sollen nachdenken", sind sich Nicole Giese und Sebastian Neußer einig. "An Texten hängt man sich nur auf und das Bild verliert die Hauptrolle", fügt Kuratorin Giese hinzu. Bis zum 3. Oktober können Interessierte betrachten, wie sich Mia Unverzagt mit Bewusstsein, Selbst und Freiheit auseinandersetzt.


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