Beim diesjährigen Sommerfestival konnte sich Carey schon einen kleinen Eindruck vom Stuhrer Publikum verschaffen, stand er doch als Gast beim Auftritt von Anne Haigis auf der Bühne. Nun wird er zusammen mit dem Schlagzeuger Martin Hämmerle als Duo im Rathaus konzertieren, wobei Carey Keyboard und Gitarre bedienen wird. Im Gepäck haben die beiden Rock und Pop, alte Stücke und neue.
Geboren wurde Carey im Oktober 1953 in Kalifornien, und die Welt der Melodien und Klänge entdeckte er schnell. Seine Eltern unterstützten ihn dabei, indem sie ihm ein altes Klavier ersteigerten und ins Zimmer stellten. 1970 sammelte er seine ersten Banderfahrungen mit einer Gruppe, die auf den Namen Blessings hörte. Fünf Jahre spielte er mit ihnen, bevor das Rock'n'Roll-Märchen wahr wurde: In einem Proberaum traf er auf Ritchie Blackmore, der gerade Deep Purple verlassen hatte und eine neue Band namens Rainbow ins Leben rufen wollte.
Blackmore ließ sich von den Tastenkünsten des 20-Jährigen überzeugen, sodass selbiger als Keyboarder bei Rainbow anheuerte. Insbesondere bei der zweiten Platte ("Rising") der Rocktruppe konnte Carey mit seinen Soloeinlagen zeigen, was er drauf hatte. Bei der Tournee im Jahr 1977 hatte Rainbow eine Vorgruppe, die damals noch kaum einer kannte: AC/DC. Drei Jahre lang spielte er an der Seite des legendären Gitarristen, der jedoch in der Branche als recht exzentrisch gilt. "Ritchie war echt schwierig", sagte Carey nach seinem Ausstieg aus der Band.
Doch wie das so ist, das Leben geht weiter. Die ersten beiden Platten von Rainbow, bei denen Carey ebenfalls mitwirkte, wurden in Deutschland produziert, und Carey schien es hier zu gefallen, denn 1978 machte er einige Aufnahmen in der Bundesrepublik. Irgendwie paradox, denn während viele deutsche Musiker vom Durchbruch auf dem amerikanischen oder britischen Markt träumen, kehrte Carey diesen Märkten den Rücken und blieb im rockmusikalisch eher beschaulichen Deutschland. Er zog nach Frankfurt, 1982 erschien seine erste Soloplatte, weitere folgten. Zwei Jahre später traf Carey auf Peter Maffay. Die beiden lernten sich schätzen, sodass Carey nach Tutzing umzog, wo Maffay sein Tonstudio hat. 1984 landete er mit "A fine fine day" einen Tophit, drei Jahre später folgte die Filmmusik zu "Der Joker", in dem Maffay die Hauptrolle spielte. Nach weiteren Zusammenarbeiten mit unter anderem Klaus Lage und Joe Cocker gelang ihm 1989 in Deutschland ein großer Erfolg mit dem Titelsong "Room with a
view" zum ARD-Dreiteiler "Wilder Westen Inklusive". Kurze Zeit später war im deutschen Fernsehen wieder ein Lied aus seiner Feder zu hören, nämlich "When she started to dance", der Titelsong der ARD-Serie "Die Eisprinzessin". Seit 2003 arbeitet er mit Maffay an dessen Musical "Tabaluga" und gibt immer wieder mal in kleinen Clubs Konzerte. Nach erfolgreichem Kampf gegen den Krebs schloss sich für Carey im Jahr 2009 ein Kreis - arbeitete er doch mit Jürgen Blackmore zusammen, dem Sohn seines einstigen Arbeitgebers Ritchie in den 70er-Jahren. Heute lebt Carey mit seiner Frau und einer Tochter im oberbayerischen Dorfen.
Die Eintrittskarten kosten 18 Euro, ermäßigt 15 Euro. Zu haben sind sie im Bürgerbüro, das im Stuhrer Rathaus zu finden ist.


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