Syke. Natürlich sind die Besucherzahlen in Kulturveranstaltungen ein Anzeichen für den Erfolg derselben, für Werbung und gelungene Organisation. Da lässt sich seit dem Jahr 2008 eine erhebliche Steigerung verzeichnen. Daneben zählen aber auch die positive Rückmeldung und die Begeisterung, mit der die Gäste auf das Ereignis reagiert haben. Und das liest sich nicht unbedingt nur an Zahlen ab.
So will Nicole Giese, die Kuratorin des Syker Vorwerks, mit dem neuen Projektansatz, mehr mit jungen Leuten zu machen, auch andere Besuchergruppen anlocken. "Wir haben mit dem Mädchenhaus Zebra Orange im vergangenen Jahr zum ersten Mal bei 'Pink City' ausgestellt - aber das war sicherlich nicht die letzte Aktivität dieser Art", versichert sie.
Neben den Ausstellungen von Mia Unverzagt, Louis Niebuhr, Heinrich Brockmann und Hein Spellmann waren in 2011 auch ein Bildhauersymposium anlässlich der "Straße der Kunst" Teile des Vorwerk-Programms. Zudem hat die Einrichtung zahlreiche weitere Kooperationspartner. Die da wären: Die Kreismusikschule mit der Konzertreihe "novissima" und die Kreisvolkshochschule mit Führungen und Seminaren. Auch die Kulturinitiative Jazz Folk Klassik (JFK) kommt stets für Veranstaltungen im Vorwerk hinzu. Nicht zu vergessen sind die standesamtlichen Trauungen, die in der Einrichtung möglich sind.
Als ganz besonders erfolgreich betrachtet Giese die "Straße der Kunst", die vergangenes Jahr im Vorwerk eröffnet wurde und das Gartenkultur-Musikfestival mit "Fei Scho". Seit Oktober 2011 wird auch erhoben, aus welcher Region die Besucher kommen. Im Fall der Vorwerk-Gäste zählte man die meisten aus dem Landkreis Diepholz und aus Bremen.
Für dieses Jahr sind insgesamt fünf Ausstellungen geplant. Dazu wird das historische Haus teilweise unterteilt in zwei Ebenen, in Ober- und Untergeschoss. Am 5. Februar fällt der Startschuss mit der Vernissage "Werke & Werkzeuge" von Ilze Orinska im Vorwerk-Obergeschoss. Die gebürtige Lettin, die heute in Berlin lebt, kehrt für ihre große Einzelausstellung nach Norddeutschland zurück. Sie studierte von 1992 bis 1999 in Bremen an der Hochschule für Künste.
In den drei Räumen des Untergeschosses wird am 26. Februar die erste institutionelle Einzelausstellung "kein Wunder" von Paulina Cortés eröffnet. Die junge Chilenin lebt und arbeitet seit 2006 in Deutschland und befasst sich mit Lichtphänomenen sowie den Formen und Bewegungen des menschlichen Körpers.
Zwei weitere Ausstellungen - von Mai bis August und Dezember 2012 bis März 2013 - werden durch Objekte beziehungsweise Artefakte aus dem Kreismuseum angereichert. Zunächst ist es Anja Schindler, die die Dr.-Hoopmann-Sammlung in ihre Werkschau "Percorsi - Wege" aus den vergangenen zwölf Jahren integriert. Und auch bei der großen Gruppenausstellung "Bestiarium" zum Thema Tier und Bestie in der zeitgenössischen Kunst, die von den hiesigen Künstlerinnen Rita Bieler und Sabine Wewer kuratiert wird, sollen Objekte des Museums einbezogen werden. "Wir nutzen unsere vielfältigen Kontakte und externe Fachkompetenz der Künstler in der Region", betont der Leiter des Syker Kreismuseums Ralf Vogeding.
Bezug zum Land Niedersachsen
Sicherlich vielfältige und höchst unterschiedliche Kunstwerke erwartet die Besucher zwischen August und November bei der Ausstellung "Junge Kunst aus Niedersachsen". In Kooperation mit der Künstlerstätte Stuhr-Heiligenrode stellen neun oder zehn ehemalige Stipendiaten aus den Jahren 2004 bis heute aus.
"Wir hoffen, mit dieser Gruppenausstellung der Stipendiaten, die durch Herkunft oder ihren Standort einen sehr engen Bezug zum Land Niedersachsen haben, einen umfassenden Überblick über die gegenwärtigen Tendenzen des Kunstschaffens im Lande zu geben", so die Kuratorin.
Im Juni wird es wieder ein Konzert anlässlich des Festivals Jazz Folk & Bike geben, im August eines beim Gartenkultur-Musikfestival. Am 19. Mai haben Giese und Vogeding einen langen Museumsabend mit artistischen Vorführungen im Vorwerk geplant. Kreismuseumsleiter Vogeding betonte, wie wichtig es sei, dass für alle diese Aktivitäten eine ganze Reihe von Sponsoren gefunden werden konnten. "Ohne dieses Netzwerk wären die Ausstellungen nicht machbar."


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