Stuhr. Alle Unterlagen für die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen seien fristgerecht bei der Landesschulbehörde in Hannover abgegeben worden, teilte Möller mit. Aber eine Antwort in Form einer Genehmigung der Anträge liege noch nicht vor. "Es hat aber vor Kurzem eine Pressemitteilung gegeben, aus der hervorging, dass alle Anträge auch genehmigt werden sollen", sagte Möller. "Wir gehen also davon aus, dass die Genehmigung kommt", fügte er hinzu. Deshalb sei im Rathaus auch eine entsprechende Arbeitsgruppe gebildet worden. "Sie besteht aus Ratsmitgliedern, Mitarbeitern der Verwaltung und Vertretern von Schulen", so Möller. Zurzeit laufe ein Auswahlverfahren, um einen Koordinator für den Ganztag zu suchen. "Und auch an den Schulen soll es Koordinatoren geben." Insgesamt seien 552 Kinder für die Ganztagsgrundschule angemeldet worden. In Brinkum seien es 160, in Heiligenrode 87, in Moordeich 105, in Seckenhausen 108 und in Varrel 92 Kinder.
"Alle Grundschulen werden erhalten bleiben", sagte Gellert nach der Vorstellung seiner Prognose über die Schülerzahlen im Schuljahr 2020/21. Allerdings würden die Schülerzahlen bis zum genannten Zeitraum sinken. Zurzeit würden 342 Kinder die Brinkumer Grundschule besuchen, im Jahr 2017/18 würden es nur noch 311 sein. Die Anzahl der Klassenverbände betrage dann zwölf, jetzt seien es noch 14. Dadurch würden auch Klassenräume frei werden. Die jedoch könnten für die Ganztagsschule genutzt werden. Auch in der Grundschule Seckenhausen seien die Schülerzahlen rückläufig. Während es heute noch 273 Schüler seien, würden im Schuljahr 2017/18 nur noch 198 kleine Stuhrer die Schule bevölkern. Auch die Moordeicher Grundschule werde zukünftig auf Schüler verzichten müssen. 278 Schüler seien es aktuell, 235 würden es im Jahr 2017/18 sein, hatte Gellert ausgerechnet. Zehn Klassenverbände werde es dann geben, im Gegensatz zu heute, wo es noch zwölf seien.
Unsicherheiten bei Prognose
In der Heiligenroder Grundschule wird es laut Gellert auch einen Rückgang der Schülerzahlen geben. Noch lernen dort 228 Schüler das Alphabet, 185 würden es im genannten Zeitraum sein. In der Varreler Grundschule drücken zurzeit 191 Schüler die Schulbank, 151 seien es laut Prognose im Jahr 2017/18. Wegen der sinkenden Schülerzahlen würden in den Grundschulen auch Klassenräume frei werden. Die müssten jedoch nicht ungenutzt bleiben, im Gegenteil: Da die Ganztagsschule mit dem kommenden Schuljahr eingeführt werden solle, könnten auch hier die Räume dafür genutzt werden.
Die Entwicklung der Brinkumer KGS hatte Gellert ebenfalls unter die Lupe genommen. Aktuell würden 1615 Schüler die Schule besuchen, im Schuljahr 2020/21 würden es nur noch 1254 sein. "Hier wirkt sich die Neuordnung der Schulbezirke ebenso aus wie der Wegfall starker Zuzüge im Bereich Briseck", so Gellert. Die fallenden Schülerzahlen seien auch ein Grund dafür, dass sich der Schulbetrieb "irgendwann zur Gänze am Brunnenweg konzentrieren wird", sagte Gellert. Die Lise-Meitner-Schule in Moordeich werde in den kommenden Jahren steigende Schülerzahlen haben. Heutzutage seien es 785 Schüler, im Schuljahr 2015/16 würden es 864 sein. Jedoch seien es im Schuljahr 2020/21 nur noch 738 Schüler. "Die diesjährige Prognose lässt hoffen, dass, wenn überhaupt, nur in einem Schuljahr ein geringfügiges Raumdefizit vorhanden sein wird. Gegebenenfalls muss zu einem späteren Zeitpunkt über eine zeitweise Bereitstellung weiteren Schulraumes nachgedacht werden."
Gellert wies jedoch darauf hin, dass die Prognose auch Unsicherheiten habe. So werde in der Prognose das Vorjahres-Auswahlverhalten der Eltern nach dem vierten Jahrgang berücksichtigt. "Aber die Auswahl ist ja nicht immer gleich", so Gellert. Ein zweite Unsicherheit liege darin, dass die Bevölkerung in der Gemeinde nicht mehr wachse. Somit basiere die Prognose auf der Annahme einer linearen Bevölkerungs- und Schülerentwicklung in den nächsten Jahren auf gleich bleibendem Niveau.


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