Der Ahlhorner fungiert künftig als Ansprechpartner bei archäologischen Funden. "Ich will ein Vermittler sein zwischen den Bürgern und den Behörden", sagte Rothmann. Zwar könne auch er nicht immer sofort bewerten, ob es sich um einen wertvollen Fund handele, doch er wolle als erste Kontaktperson dienen. "Später müssen ohnehin die Fachleute ran", betonte der 61-Jährige. Zudem kümmert er sich darum, dass die archäologischen Stätten in gutem Zustand sind.
Insgesamt 2900 solcher Fundplätze gibt es im Landkreis Oldenburg. "Da haben Sie ja genug zu tun", scherzte Landrat Eger. Und Bernd Rothmann nimmt seine neue Aufgabe ernst. Regelmäßig setzt er sich auf sein Rad, um die historischen Stätten abzufahren: "Ich schaue dann, ob alles in Ordnung ist oder ob etwas zerstört wurde." Auf Fahrradtouren entdeckte der Ahlhorner einst auch seine Begeisterung für die Archäologie. Rothmann studierte Chemie in Aachen und war 20 Jahre als Ingenieur für die BEB Erdgas Erdöl GmbH tätig, unter anderem in Großenkneten. 1997 zog er nach Ahlhorn und erkundete die Region: "Die vielen tollen Denkmäler haben mich beeindruckt, und ich wollte mehr darüber wissen."
Begeisterter Sporttaucher
Seit 2006 setzt sich Rothmann nun bereits intensiv mit der lokalen Archäologie auseinander. Inzwischen gehört der 61-Jährige zum Vorstand im Förderverein des Urgeschichtlichen Zentrums Wildeshausen, ist Mitglied im Sprecherrat des Archäologischen Arbeitskreises Niedersachsen, in der Arbeitsgemeinschaft Archäologische Denkmalpflege in Oldenburg und im Landesverein Urgeschichte. Unter der Adresse www.steinzeugen.de betreibt er sogar eine eigene Internetseite über Großsteingräber im Nordwesten. Wenn er sich nicht mit Archäologie beschäftigt, fährt der Frühpensionär in südlichere Gefilde, um dort seinem zweiten großen Hobby nachzugehen: Rothmann ist seit 44 Jahren Sporttaucher. Außerdem widmet der verheiratete Vater zweier erwachsener Töchter und Opa eines Enkelkindes seine Freizeit der Familie.
Bernd Rothmann sei die optimale Besetzung für die Position des ehrenamtlichen Beauftragten für archäologische Denkmalpflege, sagte Jana Fries, die Bezirksarchäologin Weser-Ems. "Er hat uns schon sehr viele wertvolle Informationen über die Großsteingräber in der Region geliefert. Wir brauchen solch ehrenamtliche Unterstützung." Auch Landrat Frank Eger äußerte sich erfreut über Rothmanns Engagement. Der Gelobte selbst gab sich bescheiden: "Diese Aufgabe zu übernehmen, ist eine Ehre für mich." Zu erreichen ist der neue Beauftragte für die archäologische Denkmalpflege unter Telefon 04435/ 918441 oder per E-Mail an bernd.rothmann@archaeologie-ol.de.


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