Wildeshausen. Dass der Parkplatz am Pestruper Gräberfeld hübscher werden soll, will die Wildeshauser Politik schon seit Längerem. Nur wie? Das war bislang die Frage. Am Donnerstag stellte Marleen Meinel aus dem Bauamt dem Ausschuss zwei mögliche Varianten vor. Bei der einen Lösung sind Bordsteine rund um den Parkplatz vorgesehen, bei der anderen Variante würden keine Bordsteine in die Erde gesetzt werden. Der Untergrund des Parkplatzes muss allerdings aus einer Schotterfläche bestehen. Das hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg vorgegeben. Die Behörde gab außerdem vor, dass auf eine Gestaltung von Beeten verzichtet werden sollte. "Auch der Bau einer Toilette wird skeptisch angesehen", sagte Meinel.
Damit wird ein Wunsch der Wildeshauser Politik nicht erfüllt. Denn während einer Sitzung des Bauausschusses im August 2011 hatte sich das Gremium noch für eine Installation einer Toilette ausgesprochen. Nun entschieden sich die Politiker dazu, dass der Parkplatz mit einer Schotterfläche und Bordsteinerfassung ausgebaut werden soll. Allerdings nur, wenn für das Projekt Fördermittel fließen. Und die Abstimmung fiel äußerst knapp aus. Fünf Ausschussmitglieder votierten für den Umbau, drei dagegen und zwei Politiker enthielten sich. Ob es Zuschüsse geben kann, soll jetzt die Verwaltung klären. Eine Förderung könnte etwa aus dem Leader-Programm kommen. Die Kosten würden bei rund 67000 Euro liegen. Laut Verwaltung könnten von dieser Summe bis zu 50 Prozent gefördert werden.
Dass nicht alle Mitglieder des Ausschusses den Parkplatz-Umbau begrüßen, wurde während der Diskussion zu dem Thema deutlich. Vor allem Heinrich Spille (UWG) polterte gegen das Vorhaben, da für einen Ausbau eigentlich kein Geld in der Stadtkasse vorhanden sei. "Wir sind pleite ohne Ende", sagte er. Spille fragte sich, warum mehrere Tausend Euro für den Parkplatz ausgegeben werden sollen, wenn aber für ein neues Kurbad mit einem fünfbahnigen Schwimmbecken kein Geld da sei. Die anderen Ausschussmitglieder beantworteten die Frage mit Gelächter und Applaus. Der aktuelle Ratsbeschluss sieht vor, dass das Schwimmbecken im neuen Kurbad nur vier Bahnen bekommen soll.
Christa Plate (CDU) redete davon, dass der Parkplatz eine Visitenkarte der Stadt sei und alleine aus diesem Grund ein Ausbau notwendig sei. Traute Sandkuhl (Die Grünen) meinte, dass ein Umbau eher schlicht ausfallen sollte. Ihrer Meinung nach kommen auch nicht mehr viele Touristen zum Pestruper Gräberfeld, so dass der Parkplatz deshalb nicht mehr häufig benutzt werde. "Gräberfelder und Moore sind zurzeit nicht modern", sagte sie.
Bürgermeister Kian Shahidi berichtete noch, dass ein anderer Wunsch der Politik bereits erfüllt wurde. Und zwar dürfen auf dem Parkplatz keine Lastwagen mehr abgestellt werden. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Pestruper Straße auf Tempo 70 hat der Landkreis dagegen abgelehnt. Ein Grund ist, dass der Bereich in der Vergangenheit unfallfrei gewesen sei. Ausnahme waren laut Landkreis lediglich einige Wildunfälle.


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