Hude. Als Birte Kempers gefragt wurde, ob sie sich für die Leitung der Grundschule an der Glatzer Straße in Hude bewerben wolle, musste sie erst einmal in Ruhe darüber nachdenken. "Ich war sehr gerne in Wüsting", sagt die Pädagogin. Seit 2006 hat sie die Grundschule dort geleitet. Doch vieles sprach für die neue Aufgabe. "Die Grundschule Hude-Süd hat einen sehr guten Ruf, es ist eine ganz aktive Schule."
Es gebe dort langjährige Erfahrung mit Integrationsklassen, nennt Birte Kempers ein Beispiel. Die Inklusion, bei der Kinder mit Behinderung gemeinsam mit anderen unterrichtet werden, ist für die Grundschullehrerin ein wichtiges Anliegen. "Ich finde, das ist eine gesellschaftliche Aufgabe." Es gebe Kinder, die einen geschützten Raum bräuchten, doch viele könnten gut in der Grundschule beschult werden. Gut sei die räumliche Nähe zur Förderschule an der Vielstedter Straße.
Auch als sportfreundliche Schule hat sich die Einrichtung an der Glatzer Straße einen Namen gemacht. Außerdem sei sie bei der Einführung der "Verlässlichen Grundschule" Musterschule gewesen. "Ich weiß, dass es eine Schule ist, an der Eltern und Kollegen bereit sind, neue Wege zu beschreiten."
Allerdings möchte Birte Kempers die Kinder, das Lehrerkollegium und die Eltern erst einmal in Ruhe kennenlernen. In den ersten Tagen strömten viele neue Eindrücke auf sie ein - zahlreiche Gesichter und Namen, die sie sich merken muss. Sie wolle viel mit den Kollegen sprechen, sagt die Rektorin. "Ich habe mir fest vorgenommen, ganz ruhig heranzugehen." Nach und nach will sie dann herausfinden, ob es Bereiche gibt, in denen Dinge verändert oder neue Ideen eingebracht werden könnten.
Mit der neuen Stelle ist auch ein Umzug verbunden. "Ich werde wieder in Hude wohnen", sagt die Mutter eines fast vier Jahre alten Sohnes. Zurzeit wohnt die 37-Jährige mit ihrer Familie in Oldenburg, wo sie auch studiert hat. Doch den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend hat sie in Hude verbracht. "Ich bin von ganzem Herzen Huderin."
Dass sie Grundschullehrerin werden wollte, wurde Birte Kempers allerdings erst durch einen beruflichen Umweg klar. Zwar habe sie schon als Kind gerne Lehrerin werden wollen. Doch nach der Schule kam erst einmal eine Banklehre. Die Ausbildung sieht Birte Kempers als wichtige Erfahrung an. Doch sie habe die "soziale Komponente" vermisst. Am Beruf der Grundschullehrerin gefällt ihr die Arbeit mit den Kindern, aber auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen. "Ich habe Spaß daran, Wissen zu vermitteln, und arbeite gerne im Team."
Für die Grundschule Wüsting wird nun eine neue Leitung gesucht. Bis die Rektorenstelle wieder besetzt ist, übernimmt Konrektorin Monika Bruschke die Aufgaben kommissarisch. Birte Kempers ist davon überzeugt, dass dort auch ohne sie alles gut weiterläuft. "Es gibt ein starkes Kollegium, das die beschrittenen Wege weitergeht."


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