Seit Mitte Januar müssen sich vor dem Amtsgericht in Oldenburg der Besitzer der Tauchschule "Calypso" und sein Sohn verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, durch Fahrlässigkeit den Tod von zwei Kindern aus Hessen verschuldet zu haben. Der zehnjährige Junge und das 16-jährige Mädchen waren im Juli 2010 bei einem Schnuppertauchkurs in der Ostsee ertrunken.
Während die Eltern des Jungen als Nebenkläger auch gestern wieder im Gerichtssaal saßen, war die Mutter des Mädchens nicht erschienen. Sie war bei ihrer Aussage am ersten Verhandlungstag vor drei Wochen von Weinkrämpfen geschüttelt worden. Ein Beamter der Wasserschutzpolizei, der damals als einer der ersten Polizisten am Unfallort eintraf, bekannte gestern als Zeuge vor Gericht: "Der tote Junge war meinem eigenen Sohn ähnlich. Das war das schlimmste Wochenende, das ich bislang erlebt habe."
Dem Besitzer der Schule wird vorgeworfen, seinen Sohn mit einer viel zu großen Gruppe - sieben Teilnehmer, die meisten davon Kinder ohne Taucherfahrung - ins Wasser geschickt zu haben, obwohl der 20-Jährige nicht die erforderliche Lizenz dafür besaß. Teilnehmer des Tauchkurses berichteten als Zeugen, dass es vor Beginn des Tauchganges zwei kurze Sicherheitsunterweisungen gegeben habe. Dann habe der Sohn als Kursleiter die Ausrüstung ausgegeben. "Das Gewicht der Teilnehmer hat er geschätzt und auf der Basis die Bleigewichte für die Tarier-Jackets und die Gürtel ausgegeben", sagte ein heute 17-jähriger Schüler.
Der Prozess wird am 28. Februar unter anderem mit der Befragung von zwei Gerichtsmedizinerinnen fortgesetzt.


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