Zuvor hatte Professor Lutz Walk, der den Arbeitskreis "Stedingsehre" seit dem Jahr 2005 moderiert, den Politikern das Projekt noch einmal im Detail vorgestellt. Der Haken an der Finanzierung besteht darin, dass die Gemeinde am liebsten erst die Zusage über Fördermittel hätte, bevor sie ihre Bereitschaft erklärt, das Gebäude zu erwerben. Auf der anderen Seite muss der Verein aber erst über ein Gebäude verfügen, um Drittmittel einwerben zu können.
Vertreter aller Fraktionen begrüßten die Idee eines Dokumentationszentrums, das allein vor dem Hintergrund wichtig sei, weil Rechtsextremismus noch immer ein großes Thema sei, wie SPD-Ratsherr Fred Molde meinte. Sein Parteifreund Detlev Diepenbrock fand das Projekt nicht nur aufgrund der nationalsozialistischen Vergangenheit unterstützenswert: "Auch die Schlacht bei Altenesch 1234 ist eine geschichtliche Katastrophe, aus der viel zu lernen ist", so Diepenbrock. Zudem habe der Ort auch darüber hinaus "viel Potenzial". Elke Röhl von der CDU erinnerte sich, dass sie selbst in den 50er-Jahren nichts über die Freilichtbühne erfahren habe, weil der Ort tabuisiert worden sei. Grünen-Ratsherr Volker Schulz-Berendt begrüßte die Errichtung eines Dokumentationszentrums als Geschichtsaufarbeitung, bei der es nicht nur um den Erwerb eines Hauses, sondern um ein stimmiges Gesamtkonzept gehe.
In seinem Vortrag hatte Walk auch daran erinnert, dass es die "Stedingsehre" keineswegs nur für die Nationalsozialisten eine große Bedeutung gehabt habe. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die englischen Besatzer dort eine Einwohnerversammlung organisiert, bei der auch der neue Ortsvorsteher ausgerufen worden sei, zitierte er einen Zeitzeugenbericht. "Insofern ist die ,Stedingsehre' auch der Geburtsort des demokratischen Bookholzberg", so Walk.


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