Osterholz-Scharmbeck. Die Katastrophen nehmen scheinbar zu, der Pflegebedarf wird sich allein aufgrund des demografischen Wandels erhöhen. Noch nie gab es eine solche Häufung von Katastrophen innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums wie in den vergangenen 14 Monaten, erklärte Rudolf Seiters. Und beim Pflegedienst sieht der Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes eine Großbaustelle. Die Hilfsorganisationen werden weiter gebraucht.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nehme dabei eine Sonderstellung ein, sagte Seiters bei seinem Besuch in Osterholz-Scharmbeck. Der DRK-Ortsverband und der Lions Club Osterholz hatten ihn eingeladen. Der ehemalige Minister des Inneren gab einen Überblick über die aktuelle Situation und beantwortete Fragen. Werner Hampel, Ortsvorsitzender des DRK und Bernd Meyer, Vorsitzender des Lions Clubs waren über das große Interesse erfreut. Viele Gäste hatten sich im Forum der Kreissparkasse eingefunden.
Das DRK sei nicht nur die größte, sondern auch bekannteste Hilfsorganisation. Wie die Schwesterverbände im Ausland sei das DRK mit der Regierung verbunden. Es gebe sogar ein DRK-Gesetz. Für die Bekanntheit und Vertrauenswürdigkeit ist für Seiters die hohe Präsenz mitverantwortlich. Vor allem der Blutspendedienst, aber auch Kurse in erster Hilfe und der Rettungsdienst bringe die Organisation regelmäßig in die Öffentlichkeit. Die Zahlen sind beeindruckend. 3,5 Millionen Blutspenden werden jährlich abgenommen. Im Jahr hat das DRK 2,3 Millionen Notfalleinsätze.
Im Blickpunkt steht das DRK derzeit aber auch durch die Naturkatastrophen. "Von unserem Lager in Berlin-Schönefeld können wir innerhalb weniger Stunden große Transportflugzeuge beladen", erläuterte Seiters. Ein Pool von 500 Ärzten, Schwestern und Technikern stünden zur Verfügung, die kurzfristig zum Einsatz kommen können. Besonders berührt habe die Helfer die Katastrophe in Haiti. Dort war ein großes Krankenhaus eingerichtet, in dem 170 000 Menschen behandelt wurden und 2500 Kinder zur Welt kamen. Das Krankenhaus wurde inzwischen aufgelöst. "Wir bleiben aber in Haiti."
Die Einsätze werden immer mit den Schwesterorganisationen dem Roten Halbmond und Roten Kristall abgestimmt. Das DRK ist deshalb nur im Einsatz, wenn seine Hilfe wirklich gebraucht wird. So wurde bisher beispielsweise nur Material nach Japan geliefert. Spenden seien schon eingesammelt, aber noch nicht von Japan abgerufen worden. Seiters verweist auf das sichere Spendensystem des DRK. "90 von 100 Euro kommen bei den Betroffenen direkt an." Der Rest zweckgebundener Spenden werde für die Bereitstellung der Hilfsdienste verwendet und komme so indirekt der Sache zugute.


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