Mit Knüppeln und Eisenstangen hätten zunächst rund 50 Personen aufeinander eingeschlagen, heißt es im Polizeibericht. Im Verlauf der Auseinandersetzung seien dann "Sympathisanten aus beiden Lagern" dazugekommen, "so dass die Menge der Streitenden auf insgesamt 100 anwuchs". Zur Nationalität der Kontrahenten machte die Polizei gestern keine Angaben. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich um Libanesen gehandelt haben.
Rund 50 Polizeibeamte aus der Kreisstadt sowie aus dem Kreis Cuxhaven und Bremen seien alarmiert worden, nachdem Hinweise auf die Auseinandersetzung zunächst aus dem Umfeld der Familien sowie dann auch von weiteren Anwohnern aus der Drosselstraße eingegangen waren, erläuterte Jürgen Menzel von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz gestern.
Laut einer "vorläufigen Bilanz" der Polizei erlitten bei der gewalttätigen Auseinandersetzung zwei 23 und 42 Jahre alte Beteiligte Kopf- und Rückenverletzungen und mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Einen 17-Jährigen nahm die Poliziei vorübergehend in Gewahrsam.
Die Polizei führte mit den Oberhäuptern der beiden Familien sogenannte Gefährdeansprachen und blieb gestern mit Streifen in der Drosselstraße präsent, um eventuelle weitere Streitereien zu verhindern.
Die beiden Familien seien der Polizei als "Streithähne" bereits bekannt gewesen, der gestrige Einsatz sei nicht der erste dieser Art gewesen, teilte Jürgen Menzel weiter mit. Strafverfahren seien eingeleitet worden. Aufgabe des Ermittlungsdienstes sei jetzt, die Ursache des gestrigen Konfliktes herauszufinden und festzustellen, wer auf wen eingeschlagen hat, so Menzel.
Am Sonnabend hatte das Quartier noch ein ganz anderes Bild geboten. Zahlreiche Anwohner feierten auf Einladung der städtischen Jugendarbeit ein Familienfest. Axel Prigge vom Polizeikommissariat in der Kreisstadt freute sich da noch über eine "tolle, gelöste Stimmung" in der Drosselstraße. Bericht über das Fest auf Seite 5



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