Alle diese Facetten spielen auch bei seinem ausverkauften Auftritt in der Music Hall eine Rolle, der Schwerpunkt aber liegt auf den neuen und alten Songs seiner Band Stiltskin. Mit der Grunge-Hymne "Inside" begann 1994 der Aufstieg des Schotten. Auch aus seiner kurzen Zeit als Sänger von Genesis bringt er einige Lieder. Anders als im Vorjahr, als er mit einem Streichquartett die Songs aus allen Phasen der Erfolgsband interpretierte, spielt er nun nur solche, die von der einzigen gemeinsamen CD "Calling all stations" stammen. Auch andere Coverversionen gibt es dieses Mal keine.
Aus der großen Besetzung der "Klassik"-Tournee hat er nun wieder eine Band destilliert, die allerdings um zwei Geigerinnen erweitert wurde. Auch Uwe Metzler ist nach längerer Pause wieder dabei. So stehen dann doch neun Musiker auf der Bühne, was manchmal, wie in einer sehr detailverliebt arrangierten Fassung von "Propaganda man" wirkungsvoll genutzt wird, manchmal aber auch ein wenig übertrieben wirkt. Drei der Bandmitglieder - Gitarrist Ali Ferguson und die Brüder Ashley (Schlagzeug) und Lawrie MacMillan am Bass - stehen unter dem Namen The Windmills auch schon im Vorprogramm auf der Bühne. Dass dieses bereits 20 Minuten vor dem offiziellen Konzertbeginn um 21 Uhr, als noch viele Besucher vor der Halle stehen, beginnt, ist ärgerlich und auch respektlos der Band gegenüber. Diese Unsitte, so genannte Supports zu verheizen, war bislang in der Music Hall unbekannt. Und es ist auch schade, denn der mit einigen Samples ergänzte Sound des Trios, der Assoziationen an Pink Floyd oder
Porcupine Tree weckt, hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Ganz am Ende des ausgedehnten Konzertabends schlägt aber Ray Wilson selbst noch mal einen Bogen zurück zum Beginn. Am Ende der zweiten, vom Publikum frenetisch erzwungenen Zugabe spielt er zusammen mit Ferguson noch zwei Songs auf akustischen Gitarren. Der letzte ist dann doch noch eine Fremdkomposition: Pink Floyds "Wish you were here", gesungen von Ali Ferguson.


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