Britta Habbe, Wolf-Beauftragte des niedersächsischen Umweltministeriums, reiste gestern in den Landkreis, um mit den Augenzeugen zu sprechen. Die beschreiben den gesichteten Wolf als "gut genährt". Jäger haben das Tier aus nächster Nähe beobachtet, wie es unter anderem einem Rudel Damwild und einem Hirsch nachstellte. Jäger Hans-Jürgen Gieschen hat das Tier aus etwa 40 Metern gesehen, als es sich aus der Deckung auf eine Lichtung wagte. Der hochbeinige Gang, die Kopfpartie mit den spitzen Ohren und die buschige Rute seien ihm aufgefallen. "Das war kein Hund, das habe ich sofort gesehen." Ein Landwirt sichtete den schäferhundgroßen Wolf beim Holzmachen in einem Birkenwald. Zuletzt war das Tier am vergangenen Sonntag in Axstedt Augenzeugen aufgefallen. "Auch Jäger in Lübberstedt haben auffällige Fährten gesichtet", so Ehing.
"Es ist Unruhe im Revier", hat Thorsten Wischhusen von der Jägerschaft Osterholz festgestellt. Wolf-Beauftragte Britta Habbe aus Hannover kann da beruhigen: "Das Wild muss sich an den großen Beutegreifer gewöhnen." Auch das offenbar ungeschickte Jagdverhalten des unerfahrenen Wolfs trage zur Unruhe im Forst bei.
Spaziergänger, die zurzeit in Wald und Flur unterwegs sind, müssen sich keine Sorgen machen. "Die Wölfe halten sich von Menschen fern." Es sei nahezu ausgeschlossen, das Tier zu sichten. Sie glaubt, dass der Wolf irgendwann weiterziehen wird. Der Zeitpunkt sei nicht vorhersehbar. Ob der Wolf, der gerade im Landkreis Osterholz unterwegs ist, aus der Wingst stammt, kann eine DNA-Analyse ergeben. Dazu benötigen die Fachleute unter anderem eine Probe einer frischen Losung des Tieres. Die Osterholzer Jäger werden in den kommenden Tagen auf Hegering-Versammlungen über den ungewöhnlichen Gast aufklären.


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