"Wir haben die jungen Leute, die auf dem Berufsinformationstag an den Berufsbildenden Schulen Interesse für unsere Firma gezeigt haben, und alle, die uns schon eine Bewerbung geschickt haben, eingeladen, damit sie sich vor Ort ein Bild von unserem Unternehmen machen können", sagte Vertriebsleiter Bernd Nieke-Meyer zu Beginn. 2011 sei es für Gemmer sehr schwierig gewesen, geeignete Bewerber zu finden. Die Industrie fische viele gute Leute ab. Daher sei der Mittelstand gezwungen, junge Leute mit neuen Ideen auf sich aufmerksam zu machen.
Solch einen Schnuppertag habe ihm noch kein zukünftiger Arbeitgeber geboten, lobte Mirko (17) aus Hambergen, der sich für den Beruf des Feinwerkmechanikers interessiert. Auch Vivien (16) aus Worpswede, die gern technische Produktdesignerin werden würde, war begeistert.
Mit Hilfe moderner Technologie, darunter CNC-gesteuerte Bearbeitungsmaschinen, konstruiert, baut und installiert das Stahlbauunternehmen Sondermaschinen, Behälter und Anlagen, zum Beispiel Trockner für Lebensmittelkonzerne und Förderlinien. Langjährige Erfahrungen zeichneten das Fachpersonal aus, kontinuierliche Fortbildung sei selbstverständlich, so das Unternehmen. Die 1963 gegründete Firma möchte Feinwerkmechaniker, Konstruktionstechniker im Bereich Metallbau und erstmals auch Technische Produktdesigner ausbilden. "Die Azubis müssen hier nicht von morgens bis abends feilen. Sie dürfen sofort mitarbeiten und sind einem Meister unterstellt, der sie drei bis vier Monate lang betreut", erklärte Nieke-Meyer. Das gegenseitige Kennenlernen sei wichtig.
"Zeugnisse sind nicht alles. Die Chemie muss stimmen. Denn wir müssen dreieinhalb Jahre miteinander auskommen", betonte Stefanie Gemmer, die für das Personal zuständig ist. Ein guter Haupt- oder Realschulabschluss sei ebenso wichtig wie das Interesse für den Beruf, findet sie. Alle Auszubildenden sollen nach Abschluss ihrer Lehre übernommen werden.
Eine Mannschaft von hochqualifizierten Mitarbeitern sei eine wichtige Voraussetzung für die bei den Kunden geschätzte Produktqualität, unterstrichen die Führungskräfte. Hohe handwerkliche Standards seien für die insgesamt 60 Mitarbeiter ein Muss. Wer sich weiterbilden wolle und das Potenzial dazu habe, werde unterstützt, beispielsweise durch die Kostenübernahme für die Technikerschule.


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