Axstedt. "Wenn unsere Landwirtschaft zukünftig Menschen ernähren und mit Energie versorgen soll, ist eine Rückkehr zu einer forschungsbasierten Sachpolitik alternativlos", sagte der Vorsitzende des Maschinenrings Wesermünde-Osterholz, Cord Hollenberg, bei der Jahreshauptversammlung in Axstedt. Die Landwirtschaft wird sich ändern und sieht sich immer mehr Forderungen ausgesetzt. Die Konkurrenz um freie Flächen steige. Der Maschinenring will seinen Mitgliedern dabei helfen, versprachen Vorstand und Geschäftsführung.
Über 500 Landwirte wollten sich davon überzeugen. Auf mehreren Leinwänden präsentierte Geschäftsführer Uwe Krüger ihnen einen kurzweiligen Rückblick, Entwicklungen und Zahlen. Immer wieder streute er Anekdoten sowie witzige Fotos und Filme aus der Praxis ein. So mancher Landwirt oder Lohnunternehmer wird sich dabei erkannt haben. Krüger legte auf charmante Art den Finger in manche Wunde.
Der Ruf der Landwirtschaft wird schon seit einiger Zeit strapaziert. Hollenberg hatte kritische Themen aus dem vergangenen Jahr aufgezählt: Dioxin im Futter, EHEC, Biogaserzeugung mit Mais, Tierhaltung in größeren Dimensionen, Kupieren und Kastration bei Schweinen, Enthornen von Rindern, Brandzeichen bei Pferden, der Einsatz von Antibiotika. Der Ruf braucht deshalb nicht noch durch zweifelhaft gesicherte Transporte, fehlende Reinigung von Straßen und unsachgemäßes Ausbringen von Gülle geschädigt werden.
Er riet auch zu Tagen der offenen Tür. Ein einfaches Mittel in der Öffentlichkeit für die Landwirtschaft zu werben.
Sinn der Maschinenringe, die es in ganz Deutschland gibt, ist der Zusammenschluss von Landwirten, um Dienstleistungen auszutauschen und somit Geld zu sparen. Der Maschinenring Wesermünde wurde 1976 und der Maschinenring Osterholz 1988 gegründet. 1999 wurden die Vereine zusammengelegt. Ursprünglich ging es um die gegenseitige Verleihung von teuren Landmaschinen. Inzwischen vermittelt der Verein unterschiedliche Dienstleistungen. Über die Tochtergesellschaft Hawe werden diese auch außerhalb der Landwirtschaft angeboten. 2011 vermittelte der Maschinenring über 17000 Einsätze mit einem Volumen von über 17 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent zu 2010. Das Geld bleibt in der Region, betonte Krüger.
Die 2011 beschlossenen Richtverrechnungspreise haben sich bewährt, so Hollenberg. Er dankte den Unternehmern für ihre fairen Kalkulationen. In Kürze werde auf der Homepage des Maschinenrings ein interner Bereich mit den Richtpreislisten freigeschaltet. Bei den Vorstandswahlen wurden Henning Buck, Rolf Tietjen und Christian Sancken einstimmig bestätigt.
Maschinenring Wesermünde-Osterholz
Mitglieder: 1175
Vorsitzender: Cord Hollenberg
Info unter Telefon: 04748/2034


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