Grasberg. Den Tag des Rindes veranstaltete der Kreisverband Osterholz im Niedersächsischen Landvolk gemeinsam mit dem Kreisrindviehzuchtverein, den Besamungsvereinen im Landkreis Osterholz, der Landberatung Osterholz und der Bezirksstelle Bremervörde der Landwirtschaftskammer.
102 Minuten dauerte der Vortrag "Was beschert die neue Betriebsprämienregelung den Rinderhaltern in unserer Grünlandregion?", den Wilfried Steffens vom Landvolk Niedersachsen/ Landesbauernverband hielt. Dabei gab der Experte einen Einblick in den Stand der Diskussion auf EU-Ebene. Um den Bauern ein gerechtes Einkommen zu sichern, müsse die künftige Agrarpolitik übersichtlicher werden, betonte er. Aber seit einem Jahr habe es "einen Berg an Verordnungstexten" gegeben. Ab 2014 gebe es neue Grundsätze für die künftige Gewährung von Direktzahlungen und damit neue Zahlungsansprüche. Die derzeitigen Zahlungsansprüche würden damit ihre Gültigkeit verlieren. Unter Umständen könnten die Ansprüche auch verfallen.
Ferner brachte Steffens die Einführung einer obligatorischen Ökologisierungskomponente zur Sprache. Hier wies er auf Probleme bei der Anbaudiversifizierung hin. Außerdem schnitt er die Flächennutzung im Umweltinteresse sowie die "Kleinlandwirte-Regelung", die in Deutschland für rund 20000 Betriebe gilt, an. Seinen Vortrag spickte Steffens mit etlichen Zahlen. Dabei nannte er unter anderem die Grundsätze über die künftige Gewährung von Direktzahlungen, die Zahlungen für Junglandwirte unter 40 Jahren und die Bruttoprämien ab 2013.
Von Bedeutung ist natürlich auch das Thema "Bauen in der Landwirtschaft". Der Baudezernent im Osterholzer Kreishaus, Richard Eckermann, bezeichnete die Landwirtschaft als einen wichtigen Wirtschaftszweig im Kreisgebiet. Im Bauamt habe man in den vergangenen Jahren versucht, hinsichtlich der Erteilung von Baugenehmigungen für landwirtschaftliche Gebäude den Service zu verbessern und Problemfälle leichter zu lösen. Der Ansprechpartner hierfür sei Diplomingenieur Heiko Gutsche.
Heiko Gutsche nannte seinen Vortrag "Bauen für das liebe Vieh - Stallbau im Behörden-Dschungel". Er riet, bei einem Bauwunsch sich zunächst beim Kreisbauamt oder auch bei Berufskollegen Erkundigungen einzuholen. Sich "schlau fragen" sei schon sinnvoll. Dem Bauantrag sollte man nach einer Checkliste alle erforderlichen Unterlagen beifügen. "In der Regel ist ein qualifizierter Architekt oder Bauingenieur als Entwurfverfasser unerlässlich", betonte Gutsche. Darüber hinaus könnten weitere Fachplaner wie Statiker oder Gutachter für Schall- und Geruchsimmissionen erforderlich sein. Besonders einfache Bauwerke, zum Beispiel Maschinenschuppen, dürften auch Handwerksmeister oder Hochbau-Techniker als Entwurfverfasser planen. Die Einschaltung eines Fachplaners könne jedenfalls erheblich schneller zum Ziel führen.
Zu den benötigten Unterlagen würden unter anderem ein Lageplan, Bauzeichnungen, Grundrisse aller Geschosse, eine Baubeschreibung, eine Betriebsbeschreibung und bautechnische Nachweise gehören. Beim Bauen im Außenbereich kämen noch Unterlagen über die Auswirkungen des Eingriffs auf Natur- und Landschaft sowie über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen hinzu. Der Bauherr könne schon einiges zur Beschleunigung der Bearbeitung tun, meinte Gutsche. Eine erfreuliche Entwicklung habe es in dieser Hinsicht auch im Kreisbauamt gegeben: 2004 sei eine Baugenehmigung im Durchschnitt nach 128, 2008 nach 89 und 2011 nach 66 Tagen erteilt worden. Seinen Vortrag schloss er mit den Worten: "Wir beraten Sie gerne - kommen Sie auf uns zu!"
Sehr interessant war für die Landwirte auch die Frage: "Wie kann optimales Grundfutter optimal genutzt werden!" Hierüber informierte sie der Tierarzt und Milchviehspezialberater Jan Janssen mit seinen fachkundigen Ausführungen. Am Nachmittag moderierte Kreislandwirt Reinhard Garbade den Tag des Rindes.


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