Schwanewede. Auf den Cent genau 6666,67 Euro erhält Pro Juventute von der Kirchenmutter in Hannover. Das Geld ist bereits auf dem Konto der Stiftung. Den symbolischen Scheck gab's am Donnerstag dazu. Martin Käthler, Stiftungsberater der Landeskirche, überreichte ihn im Gemeindehaus an der Ostlandstraße dem Stiftungskuratorium.
Die rund 6600 Euro legt die Landeskirche als Bonus auf die Spenden drauf, die von der Stiftung in zwei Jahren von Juni 2009 bis Juni 2011 gesammelt wurden. "Wir hatten 20000 Euro für die Bonifizierung angemeldet" sagt die Kuratoriumsvorsitzende Birgit Haensgen. Für jeden dritten gesammelten Euro gibt's von der Landeskirche einen Euro dazu.
Haensgen, die mit ihrer Stellvertreterin Marion Kloppenburg den Scheck entgegennahm, freute sich über den Geldsegen aus Hannover. "Damit haben wir jetzt rund 110000 Euro zusammen." Bereits Ende Dezember 2011 hatte die Stiftung nach ihren Angaben die Zielmarke von 100000 Euro nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten. Zum Jahresende enthielt der Stiftungsstock 100500 Euro. "Wenn wir jetzt noch vernünftige Zinsen bekommen würden, wären wir voll zufrieden", so Haensgen
Zinsen zahlen sich für Jugend aus
Die Zinsen auf den unantastbaren Kapitalstock bringen das Geld, mit dem die Stiftung die Kinder- und Jugendarbeit der St. Johannes-Gemeinde unterstützt. Für 2011 sind es 1700 Euro. In fetteren Zinsjahren lagen die Beträge über 2000 Euro. Spitzenreiter war das Jahr 2009. Damals konnte die Stiftung 2733 Euro Zinsen für die Jugendarbeit ausgeben. Seit der Gründung der Stiftung Anfang Juni 2004 hat der Kapitalstock rund 12059 Euro Zinsen abgeworfen. Mit dem Geld hat die Stiftung verschiedene Projekte gefördert. Mit ihrer Unterstützung wurden Digitalkameras und Liederbücher für die Arbeit der kirchlichen Jugendgruppen angeschafft. Die Ausbildung von Jugendgruppen-Leitern und Mitarbeitern für den Kinder-Gottesdienst finanzierte die Stiftung mit, ebenso ein Seelsorge-Projekt für Familien. Freizeiten werden bezuschusst, die Pfadfinder erhielten Geld für die Renovierung ihres Gruppenraumes. "Als nächstes wollen wir den Jugendraum im Gemeindehaus renovieren."
Neben kleineren Aktionen wie Flohmärkten organisiert die Stiftung jedes Jahr mit Partnern zwei größere Benefiz-Veranstaltungen. Konzerte oder Theateraufführungen bringen Geld für den guten Zweck. Dazu kommen kleine und größere private Spenden. Laut Haensgen gibt es eine Handvoll Unterstützer, die "500 Euro und mehr unaufgefordert spenden". Neben dem Gründungskapital von 27532 Euro sind bisher 55000 Euro Spenden in den Stiftungsstock geflossen. Dazu kommen nach Stiftungsangaben 18000 Euro aus Bonus-Aktionen der Landeskirche sowie Zuspenden.
Zum zweiten Mal hat die Stiftung jetzt einen Bonus aus Hannover bekommen. Seit 2001 verteilt die Landeskirche laut Berater Martin Käthler Geld an kirchliche Stiftungen, inzwischen zum dritten Mal. "4,7 Millionen Euro werden in der dritten Runde an 288 Stiftungen ausgeschüttet."
Als Anerkennung für rund 16 Millionen eingeworbener Spenden. Die Hannoveraner sehen den Sammeleifer ihrer Kirchengemeinden laut Käthler "mit großer Freude". Ebenso die explodierende Zahl der Stiftungen: "2001 waren es 85, heute 413." Das ist im Interesse der Landeskirche. "Es gibt immer weniger Kirchensteuer und damit weniger Mittel für die Landeskirche. Die Stiftungen könnten einen Teil des Budgets der Kirche mitfinanzieren."
Sie sollen auffangen, was die Landeskirche in den Gemeinden einspart. Das ist die Theorie. Die Kirchengemeinde St. Johannes hat in der Jugendarbeit, für die es laut Haensgen "immer weniger Geld von der Landeskirche" gibt, mit der Praxis zu kämpfen. "Wer weiß, wie lange wir die Diakon-Stelle noch halten können."
Schon jetzt ist von einer früheren Dreiviertel-Stelle nur eine halbe Stelle übrig. Zehn Stunden sind weggefallen. "Damit ist es schwierig, Jugendarbeit zu machen", meint Haensgen. Die Stelle wieder aufzustocken, sei ein Ziel der Stiftung. "So weit sind wir noch nicht."


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