Schwanewede. Am Dienstag dieser Woche waren auf Einladung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) rund 300 Vertreter von Gemeinden, in denen Kasernenstandorte geschlossen werden, in der Bundeshauptstadt zusammengekommen.
Für die Gemeinde Schwanewede nahm der stellvertretende Bürgermeister Johann Kroog teil. Die Bima hat nach seinen Angaben gegenüber den Gemeinden deutlich gemacht: "Eine Mitbenutzung einiger Einrichtungen der Kasernen könnte möglich sein, während die Bundeswehr noch Eigentümerin ist." Wenn die Truppe abzieht und die Bima das Gelände zur Vermarktung übernimmt, "könnte eine Zwischennutzung möglich sein".
Der vorsichtige Konjunktiv zeigt: Sicher ist das alles nicht. Bürgermeister Harald Stehnken wünscht sich zwar nichts sehnlicher als eine frühzeitige Nutzung der Sportanlagen für die Vereine. Aber er ist skeptisch, dass die Bundeswehr sich die Halle mit den Zivilisten teilt. Eine Äußerung des früheren Kommandanten Martin Kasper ist ihm noch im Ohr: "Der sagte mir, dass die Gemeinde das kaum erreichen wird."
Auf konkrete Schwaneweder Fragen wie die nach der künftigen Nutzung des Truppenübungsplatzes hat die Konferenz keine Antworten gebracht. Das hatte die Gemeinde laut Kroog aber auch nicht erwartet. Dafür habe es Ratschläge von Bürgermeistern aus Hanau und Fürth gegeben, die die Konversion schon erfolgreich hinter sich haben und ihre Modelle in der Konferenz vorstellten. "Angeraten wird eine Konversionsvereinbarung zwischen Kommune und Bima", sagt Kroog. Darin sollen die Schritte der Nachnutzung in einem Zeitplan festgelegt werden.
Einen für alle betroffenen Gemeinden verbindlichen Fahrplan der Bima gibt es laut Kroog nicht. "Jeder Standort ist unterschiedlich, deshalb wird auch die Herangehensweise unterschiedlich sein." Ein erstes Gespräch zwischen der Bundesanstalt und der Gemeinde Schwanewede wird es am 16. Februar geben. Ein Bima-Vertreter aus Magdeburg und der Arbeitskreis Konversion werden sich im Rathaus an einen Tisch setzen, um weitere Schritte zu besprechen.
Gespräche mit der Landesregierung
"Im ersten Gespräch sollten wir unsere Zielvorstellungen für die Nachnutzung darlegen", hat Kroog als Rat aus Berlin mitgenommen. Bereits am 14. Februar reisen Bürgermeister Stehnken und Hauptamtsleiter Gerhard Luhrmann nach Hannover. Im Innenministerium werden sie ein Gespräch mit dem Konversionsbeauftragten führen. Die Schwaneweder wollen unter anderem erfahren, wie die Gemeinde etwas von den 700000 Euro Konversionsmitteln des Landes abbekommen kann.
Noch weiß die Gemeinde nicht mal, wann genau die Soldaten abziehen. "Wir waren bisher immer von einer Schließung Anfang 2014 ausgegangen", so Stehnken. Einem neuen Stationierungskonzept der Bundeswehr habe er jetzt aber entnehmen können, dass es später werden wird. "Bei den dort genannten Schließungen für 2012 und 2013 sind wir nicht dabei. Der Schwerpunkt der Schließungen soll demnach in den Jahren 2014 und '15 erfolgen."


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