Ritterhude. Der Stromgenerator von Konrektor Detlef Köhler rasselt gegen die Kälte an. Das Kabel weist dem Neugierigen den Weg in den offenen Pferdeanhänger. Hier verteilen Köhler und Schüler heißen Kinderpunsch und Eistee aus dem elektrischen Einwecktopf an die durchgefrorenen Eisläufer. Die drängeln sich am Eingang in die Schlange, um ihre Finger später am heißen Becher zu wärmen. Ringsherum sieht man Schlitten vorbeisausen; Kufen rauschen über das Eis. Die Schüler sind in Gruppen auf der Eisfläche unterwegs.
Der Ausflug schien sich für viele gelohnt zu haben. "Das ist schon eine tolle Sache", sagten die 13-jährige Nele, Max (12) und Jonas (11). Sie bezeichneten sich selbst als die "drei Frostbeulen". Die Klassenkameraden erholten sich am Rande der Eisfläche vom Eis-Fußballspielen. Zum Picknick saßen sie auf Isomatten. Über ihre Beine hatten sie eine Decke gelegt. Jonas schenkte sich aus der Isolierkanne dampfenden Kakao in die Tasse. "Der ist heiß, lecker und nun alle", stellte er fest. Kurz darauf sammelten die 35 Klassenlehrer ihre jeweiligen Schüler um sich. Nach etwa einer Schul-Doppelstunde in der Natur sollte es zu Fuß zur Schule zurückgehen. "Was würde ich nun für einen Bus geben?", hörte man einige beim Abschied seufzen.
Sabine Rohdenburg und Wolfgang Huse vom Osterholzer Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) überblickten die winterliche Szenerie von ihrem Dienstfahrzeug aus. Und, war was los? "Die Sache ist vorbildlich gelaufen. So soll es sein", sagten die Rettungssanitäter. Der Schulleiter der Haupt- und Realschule Ritterhude freute sich über die gelungene Aktion. Die Idee dazu habe Konrektor Köhler gehabt. "Wir mussten uns in einer Dienstbesprechung am Montag schnell entscheiden. Möglicherweise taut es in der nächsten Woche", erläuterte Willert. Beim Ausflug gehe es unter anderem um das Erlebnis: "Wir erleben heute gemeinsam den Winter. Wer weiß, wann es wieder eine derartige Gelegenheit gibt. Die ganze Schule hat sich dazu auf die Beine gemacht."
Insgesamt 400 Kinder hätten die Aktion zu ihrer eigenen gemacht, sagte Willert. Das sei der eigentliche Erfolg des eisigen Ausflugs. "Nur drei Schüler haben heute gefehlt. Und die hatten gute Gründe."


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