Worpswede. Beginnen sollen die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt im Mai - wenn die Museen ihre Vogeler-Sommerausstellung eröffnen. Doch Worpswedes Bauamtsleiter Hermann Backhaus sieht keinen Grund zur Besorgnis: "Der Bauplan wird mit allen Festivitäten in Worpswede abgestimmt." Mit dem Landschaftsarchitekten Gunter Fischer, der 2010 den Wettbewerb für die Gestaltung der Bergstraße und des Parkplatzes gewann, erläutert Backhaus den Stand der Planung.
Fischer macht sich alle zwei Wochen ein Bild vom Stand der Arbeiten. Zusammen mit der Gemeindeverwaltung hat er in Versammlungen viele Fragen beantwortet und Einzelgespräche mit Anwohnern geführt. Die Gestaltung sei ein dynamischer Prozess, es könne sich jederzeit noch etwas ändern, sagt der Planer. Wichtig ist ihm, dass die Sanierungsarbeiten im Konsens mit den Bürgern erfolgen. So flossen Änderungswünsche von Anwohnern in die Gestaltung der Bergstraße ein. "Es läuft gut", stellt Fischer zufrieden fest. Er stuft den Umbau zur Kunst- und Kulturmeile als anspruchsvolles Projekt ein. Die Arbeiten am ersten Teilbereich gingen zügig voran und könnten im Mai beendet sein, schätzt er.
Regenwasserkanal zugewachsen
Nahtlos soll dann der zweite Bauabschnitt folgen. Die Arbeiten werden in der nächsten Woche öffentlich ausgeschrieben, so dass die Vergabe an Bauunternehmen Ende März möglich wird. Vorgesehen sind neben einem neuen Entwässerungssystem die Fortsetzung des Klinkerpflasters im Straßenraum und die Neugestaltung des Parkplatzes. Der wird ein anderes Gesicht bekommen. Die Arbeiten am Parkplatz gingen schneller voran als die Pflasterung der Straße, erklärt Fischer. Der Straßenraum soll ab Mai abschnittsweise erneuert werden, die Einmündung der Lindenallee wird um einige Meter verschwenkt.
Der Parkplatzes wird mit schwarzem Asphalt überzogen und bekommt dann eine helle Beschichtung, eine Technik, die auch beim Autobahnbau angewandt wird. "Der Parkplatz sieht dann aus wie ein Sandweg, allerdings belastbar und haltbar", erklärt der Landschaftsarchitekt.
Auf den zwei im Volksmund schon als Lungenflügel bezeichneten Parkflächen sind vier Busparkplätze sowie ein Ein- und Ausstiegsplatz für Reisebusse vorgesehen. Drei Busparkplätze werden auf der linken Seite des Parkplatzes schräg zur Bergstraße verlaufend angelegt, eine hinter dem Toilettenhaus gleich neben dem Einstiegsplatz zu finden sein. Während der Umgestaltung des Parkplatzes könnten Teilbereiche weiter genutzt werden, versichert Backhaus. Da der Einmündungsbereich der Lindenallee dann fertig sei, könnten Besucher den Parkplatz über die Findorffstraße erreichen. Ausweichmöglichkeiten gibt es laut Backhaus an der Findorffstraße und an der Worpsweder Schule.
An der Parkplatzsanierung führt nach Backhaus' Worten kein Weg vorbei. Eine neue Oberflächenentwässerung sei notwendig, da das vorhandene System zugewachsen sei und nicht mehr ausreiche. Auch die Bergstraße wird bis zur Hembergstraße mit neuen Entwässerungskanälen ausgerüstet. Über die Gestaltung der Zone zwischen Straße und Parkplatz herrscht noch keine Einigkeit. Sträucher als Sichtschutz passen nicht in Fischers Konzept: "Unsere Philosophie sieht das nicht vor. Es ist ein offenes Konzept. Wir haben in diesem Bereich sehr viel Grün." Der Landschaftsarchitekt sieht den Parkplatz als Verlängerung des von Kiefern und Gräsern geprägten Parks vor der Großen Kunstschau. "Auch ein Parkplatz kann eine gestaltete Fläche sein", sagt Fischer.
Dass die Gestaltung des Sanierungsgebietes ein dynamischer Prozess ist, zeigt die Entscheidung der Volksbank, ihre Fußwege mit dem in der Bergstraße verwendeten Klinkerstein zu pflastern und die Stellflächen für Pkws neu zu gestalten.


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