Die Ausschussvorsitzende Elke Schnakenberg (SPD) begrüßte den Leiter der Grasberger Findorffschule, Dietmar Krause, und Karina Kögel-Renken von der im Dezember 2011 gegründeten Planungsgruppe sowie elf Zuhörer. In der Fragestunde erklärte eine Mutter, die Zeitungsberichte hätten Verwirrung gestiftet. Die Elter wollten wissen, wie es aktuell aussehe.
Ratsherrin Silke Paar (CDU), die die Sitzung als Zuhörerin verfolgte, bestätigte, dass die Auslagerung der siebten bis neunten Klassen für Erregung gesorgt habe. Der anders lautende Beschluss des Kreistages bedeute für sie eine Art Vereinbarung. Schulleiter Dietmar Krause erläuterte das Prozedere. Der Kreistag habe im Oktober 2011 die Errichtung einer IGS in Lilienthal mit der Außenstelle Grasberg für die Schuljahrgänge fünf bis zehn ab dem 1. August 2012 beschlossen. Danach sollten in Lilienthal die Jahrgänge sieben bis zehn, in Grasberg die Jahrgänge fünf und sechs beschult werden. Gleichzeitig sollten die drei Haupt- und Realschulen in Grasberg, Lilienthal und Worpswede stufenweise aufgehoben werden. Ab dem Schuljahr 2012 sollten dort keine Neueinschulungen im Jahrgang fünf vorgenommen werden.
Alle Haupt- und Realschüler könnten ihre Abschlüsse erreichen, betonte der Schulleiter Dietmar Krause. Es könnten aber nicht alle Klassen in Grasberg beschult werden. Es würden auch Klassen nach Worpswede ausgelagert, doch welche, das stehe noch nicht fest. Man wisse zurzeit auch nicht, wie viele Anmeldungen kämen. Karina Kögel-Renken sagte, dass die Planungsgruppe, in der auch Lehrer und Eltern vertreten seien, seit dem 1. Februar an einem Konzept für eine IGS als Ganztagsschule arbeite. Es würden Ideen für eine Lösung entwickelt, die den Kindern gerecht werden solle. Sie könne noch nicht sagen, wie sie aussehe, doch solle die Lösung nach den Osterferien dem Kreis als Schulträger vorgelegt werden.
Er sei froh, dass es zu einer IGS komme, sagte Jürgen Backhaus von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Er kritisierte, dass die "Kommunikation nur nach innen und nicht nach außen" erfolge. Wenn die Eltern in Unkenntnis gelassen würden und aus der Zeitung erführen, dass ihre Kinder in Worpswede beschult werden sollten, müsse man sich nicht wundern, wenn "Dampf im Kessel" entstehe. Bei den Eltern bestehe jedenfalls dringender Informationsbedarf. Kai Entelmann (CDU) riet, die Eltern "mit ins Boot zu holen". Ausführliche Informationen seien sehr wichtig.
Auf eine entsprechende Frage von Backhaus antwortete Krause, dass "Grasberger Hauptschüler nicht nach Worpswede reisen" sollten. Sie sollten in Grasberg bleiben. Krause wies auf ein weiteres Problem hin: Man werde fünf Lehrkräfte verlieren, die in den Ruhestand gingen. Sie bekomme Bauchschmerzen, weil jetzt alles so schnell realisiert werden solle, meinte Grasbergs Bürgermeisterin Marion Schorfmann.
Der Beschlussvorschlag sah vor, dass der Ausschuss die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe und den mündlichen Bericht des Schulleiters der Findorffschule zur Kenntnis nehmen sollte. Auf Antrag von Kai Entelmann wurde bei drei Stimmenthaltungen noch eine Ergänzung aufgenommen. Danach soll die Verwaltung sich dafür einsetzen, dass die jetzigen Schüler der Haupt- und Realschule in den nächsten Jahren am jetzigen Standort unterrichtet werden können - aber nur unter der Voraussetzung, dass dafür in Grasberg kein zusätzlicher Schulraum errichtet werden müsse. Des Weiteren soll die Verwaltung vom Landkreis auch ermitteln lassen, wie hoch die Beförderungskosten von Grasberg nach Worpswede ausfallen. Ferner soll die Verwaltung beim Landkreis beantragen, ein Sicherheitskonzept für die Schulbushaltestelle vor der Findorffschule zu erstellen.


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