Angelique Maxin trägt ein mittelalterliches Kleid und auf dem Arm einen Vogel. Die Falknerei, erklärt sie dem Publikum, gibt es schon seit 5000 Jahren und ist aus dem arabischen Raum im Mittelalter auch zu uns gedrungen. Die Falkenjagd war damals dem Hochadel am Hofe vorbehalten. An der Jagd ist die Kieler Falknerei nicht interessiert, berichtet Maxin. Trainiert werde für Shows und auch für die durch Tiere gestützte Therapie. "Der Umgang mit dem Greifvogel eröffnet den Weg zu mehr Selbstbewusstsein, Stolz und Lebensfreude", fügt Angelique Maxin hinzu.
Das Tarmstedter Publikum soll nun einen Eindruck vom Zusammenspiel zwischen Mensch und Vogel gewinnen und wird am Ende auch erleben, dass letztere durchaus ihren eigenen Kopf haben. Falkendame "Alaska" schwing sich in luftige Höhe und wird nicht mehr gesehen. Doch zunächst gilt die Show dem Habichtsmännchen "Amigo", einem sogenannten Harris Hawk. Er führt den Zuschauern die Jagd vor. Beliebteste Beute dieser Habichtsart: Kaninchen.
Ein solches Tier soll nun dran glauben. Rein theoretisch natürlich. Es gibt eine Attrappe, die von einem mutigen Mädchen aus dem Publikum am langen Band gezogen wird. Harris Hawks seien die einzigen, die in Gruppen auf Jagd gehen, erfährt das Publikum. "Die Männchen sind in der Luft und halten nach Beute Ausschau, während die Weibchen am Boden bleiben."
Nahezu telepathisch würden sich die Vögel verständigen, wenn Beute in Sicht ist, erklärt die Falknerin. "Amigo" hockt derweil auf dem Kaninchen-Ersatz und knetet ihn durch. Das sei der Unterschied zu den Falken. Die beißen ihre Beute mit dem Schnabel, was die Zuschauer gern gesehen hätten. Doch die Falkendame interessiert sich mehr fürs Riesenrad, in dessen Nähe sie später wieder eingefangen wird.


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