Die 33. Kreisfohlenschau, das Fohlenchampionat der Hannoveraner Pferdezüchter im Landkreis Rotenburg, sieht das Programm für Montag, 11. Juli, ab 13.15 Uhr vor. Die Siegerehrung durch Landrat Hermann Luttmann wird gegen 16 Uhr sein.
Außerdem gibt es an allen Tagen auf dem Schauplatz des Tierschaugeländes viele Showvorführungen mit Pferden. So zum Beispiel eine Barockpferdequadrille heute um 10.50 Uhr und morgen um 11.25 Uhr. Sonntag locken zudem Hindernisfahrten der schweren Klasse, und ein Finale des reiterlichen Showprogramms können die Messe-Besucher am Montag ab 16.30 Uhr sehen: mit Freiberger Pferden aus der Schweiz, mit Ostfriesen, Alt-Oldenburger Pferden und Isländern.
Bilderbuchstart am Freitag
Ein Bilderbuchstart ohne tropische Temperaturen war es gestern morgen. Rotenburgs Landrat Hermann Luttmann eröffnete die Großveranstaltung gegen Mittag. Mit Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann stieß Luttmann später am Stand des WESER-KURIER mit Buttermilch auf die Messe an. Schon vor der offiziellen Eröffnung strömten die Besucher auf das Messegelände.
Auch andere Politprominenz aus Hannover fehlte nicht. Hiesige Landtagsabgeordnete wie Hans-Heiner Ehlen und Mechthild Ross-Luttmann verfolgten die Eröffnungsfeier auf rot-gepolsterten Sesseln im Festzelt. Dort saßen auch Repräsentanten aus der Landwirtschaft, aus Verwaltungen, Wirtschaft und Verbänden. Anders als in den Vorjahren sorgten die gemäßigten morgendlichen 21,6 Grad für eine geringere Kreislaufkollaps-Gefahr und kaum Schweißtropfen auf der Stirn.
Die Tarmstedter Ausstellung, eines der größten Volksfeste der Region, entstand 1949. Am Freitagmorgen konnten die rund 800 Gäste im Festzelt anhand einer Bilder-Show in die Historie der Messe eintauchen. Unterlegt war die Präsentation von Johnny Cashs Lied "Walk the line".
Esslöffel auf tiefen Tellern
Jede Menge Musik, Begrüßungsworte und eine Festrede gehören zur üblichen Ausstattung einer zünftigen Eröffnungsfeier der Tarmstedter Ausstellung. Von Tuten und Blasen Ahnung hatten die, die den Festakt unterm weißen Zeltdach auf ihren Instrumenten gestalteten, der Musikzug Lilienthal und die Jagdhornbläser aus Zeven. Einsame Esslöffel auf tiefen weißen Tellern deuteten auf das Gericht, das jeden Eröffnungsfestakt begleitet: eine unspektakuläre, aber leckere Erbsensuppe.
Unter bunten Blumenampeln spielten sich vertraute Szenen ab. Als Repräsentantin der Gemeinde Tarmstedt begrüßte Vize-Bürgermeisterin Hella Rosenbrock die Besucher, viele von ihnen namentlich. Sie lobte das Organisationsteam der Messe für dessen Ideenfreude und Engagement. Für die Geschäftsführung ergriff Dirk Gieschen das Wort. Er würdigte die Tarmstedter Messe als eine Plattform für Informationen und Kommunikation, eine Veranstaltung, die einen Überblick gebe über Bereiche wie Landwirtschaft, Haushalt und auch erneuerbare Energien.
Gieschen dankte den Ausstellern sowie den vielen Mitarbeitern, die zum Erfolg der Großveranstaltung beitragen. Mit einem Präsent, einer Ballonfahrt, verabschiedete sich die Messe GmbH von Carsten Blanken, einem der drei Geschäftführer. Schwerpunkt der Agrar-Messe sind die erneuerbaren Energien. Sie bezeichnete Rudolf Heins, Landvolkvorsitzender aus Zeven, während der Eröffnung als ein Thema, das im Kreis Rotenburg eine Erfolgsgeschichte schreibe. "Es gibt hier sehr viele Biogasanlagen, fast alle sind in bäuerlicher Hand."
Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich verbessert. Sie profitiere von der guten Konjunkturlage auf dem Weltmarkt, so Heinz Korte, Rotenburgs Kreislandwirt. Die Landwirte erzielten für ihre Produkte gute Preise, viele Milchbauern investierten. Weniger gut gehe es allerdings den Schweinehaltern.
Der Tierschutzplan war ein weiteres Thema, dem sich die Redner widmeten. Lindemann verteidigte den Plan während seiner Festrede. Die Gesellschaft erwarte, dass Nutztiere tiergemäß gehalten würden und ihr Wohlbefinden sichergestellt werde. "Als Kerngebiet europäischer Tierhaltung geht Niedersachsen deshalb beim Tierschutz aktiv voran." Allerdings sei die Praxistauglichkeit ein wichtiges Kriterium für die Weiterentwicklung des Tierschutzes. "Denn wir würden dem Tierschutz einen Bärendienst erweisen, wenn wir hier die Regelungen so stark verschärfen, dass die Tierhaltung ins Ausland abwandert."
Niedersachsen will laut Lindemann zudem die Errichtung von Groß-Ställen erschweren. Der Minister kündigte einen Vorstoß an, um seitens des Bundes verbesserte Steuerungsmöglichkeiten im Bauplanungsrecht für Landkreise mit besonders hoher Tierdichte zu schaffen. "In stark vorbelasteten Regionen sollen, wenn dies Vor-Ort gewünscht wird, große gewerbliche Tierhaltungen hingegen nicht mehr unter das Landwirtschaftsprivileg fallen.











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