Ungereimtheiten, bestätigt ein Sprecher der Polizeidirektion, habe es in dem Brief zuhauf gegeben. So gab der vermeintliche Bankier an, in den USA zu leben, doch abgestempelt war das an Dieter Hunold adressierte Schriftstück in Deutschland. Die Betrüger sprachen von 20 Millionen Dollar, die ein namensgleicher Verstorbener in den USA hinterlassen habe.
Weil bislang keine Angehörigen des Toten ermittelt werden konnten, sei man auf Dieter Hunold gestoßen und wolle nun den Millionenbetrag mit dem Sottrumer teilen. Für das weitere Vorgehen benötige man jetzt seine vollständigen Personalien wie Name, Adresse und vieles mehr, heißt es in dem Schreiben.
Dass der Brief in einem radebrechenden Deutsch verfasst worden war, versuchte der Absender mit dem aus dem Englischen übersetzenden Computerprogramm zu erklären. Geschickt sei es gewesen, in dem ersten Schreiben noch keine Geldforderungen zu stellen, so der Rotenburger Polizeisprecher. Was passieren kann, wenn man sich auf derartige Schreiben einlässt, beschreibt der Experte so: "Die Betrüger wickeln ihr Opfer geschickt ein. Es entwickelt sich ein Schriftverkehr, in den der potenzielle Geschädigte immer mehr reingezogen wird. Nicht selten glauben die Opfer zum Schluss den Betrügern und überweisen zum Teil erhebliche Summen ins Ausland. Erst wenn die versprochenen Geldbeträge nicht kommen, fällt es den Geschädigten wie Schuppen von den Augen, dass sie Betrügern auf den Leim gegangen sind."
Für Dieter Hunold war es jedoch sofort klar, dass er von dem vermeintlichen Banker, hinter dem die erfahrenen Ermittler eine Bande vermuten, betrogen werden sollte. Zumeist seien diese Schreiben in der Vergangenheit als Massenmails versendet und zudem auch noch schlecht gemacht worden. Beim Schreiben an Dieter Hunold wählten die Betrüger einen richtigen Brief.
Damit wollen die Täter vor allem Seniorinnen und Senioren erreichen, die zumeist keinen Computer besitzen und wegen ihres Alters den geschickten Betrügern oft nicht gewachsen seien, wissen die Rotenburger Ermittler. Gerade an die älteren Bürger richtet die Polizei daher die Bitte, solche Schreiben sofort in den Papierkorb zu werfen und auf keinen Fall zurückzuschreiben.
In der Vergangenheit sei es bei anderen Delikten bereits so weit gekommen, dass die Betrugsopfer nach Lissabon anreisten, um ihr Geld in Empfang zu nehmen. "Damit waren hohe Kosten verbunden, aber kein Gewinn", so die Polizei. Auch habe es Fälle gegeben, bei denen hohe fünfstellige Summen - meist nach Afrika - überwiesen wurden.
Daher werde der Vorschuss- oder auch Provisions-Betrug der meist in Westafrika beheimateten "Nigeria-Connection" zugerechnet.


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