In seinem Grußwort verwies der Bürgermeister darauf, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Behindertenverbänden und staatlichen Einrichtungen sei. Das gemeinsame Wirken sei auch im Hinblick auf ein barrierefreies Verden von großer Bedeutung. So mache eine Gruppe behinderter Menschen stets auf Missstände aufmerksam, auf die man sonst vielleicht nicht geachtet hätte, erklärte Brockmann und fügte an: "Jeder von uns hat ein Handicap, und wir müssen gemeinsam lernen, damit umzugehen." Einen ähnlichen, leicht selbstkritischen Ton schlug auch die Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie, Claudia Schröder an. Lange habe sich nur die Kirche in sozialen Fragen verantwortlich gefühlt, eine Beteiligung des Staates habe sich zunächst hingezogen. "Heute ist das niedersächsische Sozialamt in dieser Sache für 1,3 Millionen Menschen zuständig", so Schröder. Dabei tun sich vielfältige Arbeitswege auf. So sei man dafür zuständig, den Kündigungsschutz für Menschen
mit Behinderung zu wahren und bei Bedarf die Arbeitsplatzumgestaltung zu unterstützen.
Pro Jahr stellen 160 000 Menschen einen Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderung. Nicht zuletzt deshalb "gibt es viele Berührungspunkte meiner Behörde mit ihrem Verband", stellte Claudia Schröder fest. Eine enge Zusammenarbeit sei hier essenziell. In zahlreichen Verbänden arbeite man erfolgreich mit dem BDH zusammen. "Ich danke ihnen sehr für diese Unterstützung", so die Präsidentin des Niedersächsischen Sozialministeriums. Mit erfolgreichen Traditionen solle man schließlich getreu dem Tagungsmotto nicht brechen.
Auf den geschichtlichen Kontext verwies die BDH-Bundesvorsitzende, Ilse Müller. Trotz der Umbenennung von "Bund Deutscher Hirnbeschädigter" in "Bundesverband Rehabilitation" fühle man sich stets an die lange Tradition erinnert. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte man sich für die Versorgung Hinterbliebener ein.
Schon früh begann man in eigenen Einrichtungen nicht nur verletzten Soldaten, sondern auch neurologisch Kranken zu helfen. Und der Stellvertretende Bundesvorsitzende und Bundesgeschäftsführer, Josef Bauer, ergänzte: "Wir haben nicht nur Rehabilitation gefordert, sondern auch Rehabilitationsstätten geschaffen." Als gemeinnütziger Verband habe man dazu beigetragen, dass nicht der Profit, sondern der Mensch im Vordergrund steht, setzte Ilse Müller fort. Vielen Betroffenen habe man geholfen, ihre sozialrechtlichen Ansprüche durchzusetzen. "Ich bin stolz auf die Leistung, die in jahrzehntelanger Tradition im Landesverband Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt geleistet wurde." Es sei nicht selbstverständlich, dass man seine Freizeit dem Ehrenamt opfere.


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