"Machen die auch mal 'ne Pause?", fragte sich Julix Kettler öfter in der vergangenen Woche. Er ist erstaunt, dass die Jugendlichen so engagiert sind. Alle Tapeten sind schon von den Wänden abgelöst - die Spachtelarbeiten gehen gut voran.
Die Camp-Teilnehmer kommen aus Frankreich, Spanien, Italien, Georgien, England, der Türkei, Weißrussland, Deutschland und Südkorea. "Wir sind ein bunter Haufen - und ein gutes Team", meint Teamerin Karina Scheffler. Sie leitet die Gruppe gemeinsam mit Sophie Kandelace aus Georgien. Dafür hatten sie ein Vorbereitungsseminar machen müssen. "Ein Wochenende waren wir mit der ijgd an der Nordsee", erzählt Karina. Dort wurde sie auf das Camp in Verden vorbereitet.
"Das Projekt hat sich sehr interessant angehört", meint sie. Auch jetzt ist sie noch zufrieden mit ihrer Wahl: Der Computerbereich strahlt schon in sonnigem Gelb. Der erste Raum ist schon fertig gestrichen. "Der Flur bekommt die Juz-Farben", erläutert Kettler. Mit grüner und oranger Farbe soll der große Mittelraum an das Logo des Jugendzentrums erinnern. Der Kickerraum wird grün-weiß. "Wie ein Fußballfeld", so Julix Kettler.
Kurdische Farben oder Billardkugeln
Über den Billardraum sind sich die Maler noch nicht ganz einig: Ob kurdische Farben oder Billardkugeln die Wand zieren werden, ist noch unklar.
Die 21-jährige Teamerin Karina kommt aus Magdeburg. Normalerweise arbeitet sie für das Netzwerk für Demokratie und Courage und macht Projekttage in Schulen gegen Rassismus. In den Ferien ist sie nun in Verden und sammelt Erfahrungen - denn auch später möchte sie gerne mit Jugendlichen arbeiten. Für die drei Wochen bekommt sie nur 150 Euro. "Ich mache das nicht für's Geld", berichtet sie.
Die Camp-Teilnehmer mussten eine Gebühr von 80 Euro an die Organisation bezahlen. "Sie übernachten im Tintenklecks und können im Verwell duschen", sagt Julix Kettler. Auch kochen können sie im Tintenklecks. "Wir haben es da sehr gemütlich", sagt Karina.
Teilnehmerin Yeliz Özkan kommt aus der Türkei. "Ich wollte neue Leute kennen lernen", sagt sie. Auch ihr Deutsch möchte sie verbessern und sich sozial engagieren. "Ich mag Verden", so Özkan. Da sind sich auch die anderen einig. "Es gibt nur zu wenige Bars", raunt es aus der Ecke der drei spanischen Jungs. Vom Verdener Nachtleben sind die Jugendlichen nicht sehr begeistert. "Aber im Mais war es doch lustig", meint Karina. Am Wochenende waren sie dort und haben auch schon einige Einheimische getroffen.
Yvonne Meißner aus Uelzen und Rebecca Hilser aus Leipzig sind die einzigen deutschen Teilnehmerinnen. "Sonst traue ich mich nie, Englisch zu sprechen", sagt Yvonne. Aber im Juz habe sie keine andere Wahl - denn zwischen Spanisch, Französisch, Koreanisch und Russisch mussten sie sich auf Englisch einigen. "Und wenn das nicht klappt - sprechen wir mir Händen und Füßen", lacht Yvonne.
Engländerin Kate Green pinselt am liebsten zu lauter Musik. "Dann geht es am besten", meint sie. Sie hätte sich sehr spontan angemeldet und noch den letzten Platz bekommen. "Und ich bin froh, hier zu sein", sagt sie. In der internationalen Gruppe würde die Arbeit immer Spaß machen und gut vorangehen.


Regenwahrscheinlichkeit: