Gut, dass der Spätsommer der Region so ein Bilderbuchwetter beschwert hat. So konnten die vielen Gäste auf dem mit hohen Bäumen umsäumten Grundstück im Freien bewirtet werden. Mit dem jetzt errichteten Dachstuhl konnten sich die Besucher bereits einen Gesamteindruck darüber verschaffen, was hier einmal entstehen soll. Die Gesamtgröße des Anbaus im Fachwerkstil lässt sich bereits gut erkennen.
Wie berichtet, soll für rund 700000 Euro ein Ausstellungsgebäude neu erstellt werden. Das historische Baumaterial stammt dabei von Küsels Scheune, die bisher wenige Hundert Meter vom Modersohn-Museum entfernt stand. Außerdem geht es um die Neugestaltung des Haupteinganges am Museum, der beträchtlich erweitert wird. Gleich dahinter entsteht der Empfangsbereich mit Museumsshop und einem Medienraum, in dem unter anderem auch der vor kurzem erschienene Otto-Modersohn-Film gezeigt werden soll.
Ausstellungsfläche kommt dazu
An reiner Ausstellungsfläche bekommt das Museum rund ein Drittel zum bisherigen Bereich dazu. Ganz wesentlich an dem Neubau ist der erweiterte Keller, der als Archiv genutzt wird. Hier sollen Gemälde und Zeichnungen Modersohns gelagert werden. Der bisherige Archivraum platzt aus allen Nähten, betont die Familie Modersohn. Das neue Archiv wird obendrein so gebaut, dass die wertvollen Kunstwerke vor Feuer- und Wasser geschützt sein sollen. Das viele Grundwasser in Fischerhude spielte bei den Bauarbeiten am Rande der Wümmewiesen eine beträchtliche Rolle. Die Pumpen, die das Wasser auf die benachbarte Wiese beförderten, mussten Tag und Nacht in Betrieb sein, ansonsten wäre die Baugrube buchstäblich untergegangen. "Wir sind nachts öfter aufgestanden, um nachzusehen, ob die Pumpen tatsächlich auch arbeiten", erzählt Antje Modersohn. Architekt des Neubaus ist mit Johannes Modersohn aus Berlin ebenfalls ein Familienmitglied. Die Bauleitung vor Ort hat dagegen der Fischerhuder
Architekt Heiko Szczesny übernommen. Johannes Modersohn und Szczesny hatten früher in Fischerhude gemeinsam die Schulbank gedrückt.
Auch das bestehende Museumsgebäude setzt sich aus drei Fachwerkscheunen zusammen, die an ihrem alten Standort abgetragen und 1974, 1985 und 1996 nach Plänen des Bremer Architekten Gerhard Müller-Menckens wiedererrichtet und für Ausstellungszwecke umgestaltet wurden. Inmitten der Fischerhuder Wümmewiesen gelegen bilden sie eine L-förmige Anlage und fügen sich, da sie ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben, in die ländliche Umgebung ein.
Auch der Erweiterungsbau setzt diese Bauweise fort. Im Inneren wird der Scheunencharakter weitestgehend zurückgenommen und ein neutraler, lichter Ausstellungsraum mit weißen Wänden, weißen Holzteilen und hohem Seitenlicht ausgebildet. Unter anderem will das Museum hier später auch Bilder aus der Meyboden- und der Heinrich-Breling-Stiftung zeigen. Im Oktober 2012 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Fördermittel für das Großprojekt kommen von der EU aus dem Fonds für Regionalentwicklung, von der Waldemar-Koch-Stiftung Bremen, der Bremer Landesbank, der Stiftung der Kreissparkasse Verden sowie der Mitglieder der Gesellschaft Otto-Modersohn-Museum.


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