"Ich hatte strenge Vorgaben nach dem Denkmalschutz und ein begrenztes Budget", sagte Grohs gestern beim Pressegespräch im Domgemeindezentrum. "Das war eine echte, spannende Herausforderung." Der Experte hat die Aufgabe nach Meinung aller Beteiligten von Klosterkammer und Kirchenvorstand hervorragend gemeistert. "Wir hatten einen bestimmten Kostenansatz", bestätigte Rita Hoheisel von der Klosterkammer, "und es ist überraschend, dass wir für diese Summe etwas so Tolles bekommen haben".
Bei der 2006 begonnenen, umfassenden Domsanierung, die sich auch noch etwas hinziehen wird, ging es unter anderem darum, die marode Sandsteinfassade auf Vordermannn zu bringen. Ein Unternehmen, das optisch sogar notgedrungen in die Inszenierung der Domfestspiele integriert wurde. Danach ging es mit den Bauarbeiten nach Plan weiter. Die Terminvorgaben konnten indes nicht ganz eingehalten werden, so Joachim Frey, Leiter der Restaurierungswerkstatt der Klosterkammer. "Es ist noch einiges zu tun", meint auch der Architekt Henrik Boldt aus Hannover, der das Bauprojekt leitet.
Nachdem viele Fenster des Doms noch zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Scherben gegangen waren, erfolgte eine Notverglasung. Nicht schön, nur praktisch. Frey:"Damals gab es wichtigere Baustellen." Im Zuge der Gesamtsanierung des Doms kam man um die neue kleinteilige Bleiverglasung der historischen Fenster nicht herum. Günter Glohs hat sich eingehend damit befasst, dabei auch die "Lichteinstrahlung von außen" berücksichtigt.
Aufgrund des finanziellen Rahmens wählte er "normales Fensterglas", das jedoch "thermisch und glasmalerisch" im Brennofen behandelt wurde. "Antikglas wäre zu teuer gewesen und hätte auch nicht genügend Struktur gehabt." Mit der Neugestaltung der Fenster sei es gelungen, den Dom wieder ins richtige Licht zu rücken, wie schon im Mittelalter.
Die Kosten für die gesamte Fenstersanierung bezifferte Rita Hoheisel auf rund 270000 Euro. Dabei wurde betont, dass ausschliesslich der Domstrukturfonds das Geld aufbringt. Dessen Haupteinnahmequelle sind Erbbaurechte in Verden. Die Sanierung belastet demnach weder die Domgemeinde noch die Steuerzahler. Auch Kirchensteuern werden für das Projekt nicht verwendet.



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