Thedinghausen. "Die Berufswahl ist eine sehr wichtige Entscheidung, denn sie beeinflusst die Zukunft", eröffnete Daniel Bestvater seinen Vortrag vor mehr als hundert Gästen mit deutlichen Worten. Der Experte vom Arbeitsamt Verden informierte über die Angebote der Gymnasien und weiterführenden Schulen und zeigte zudem auf, wie die Arbeitsagentur bei der beruflichen Bildung helfen kann.
Für die Schüler sei es wichtig, einen Plan A und einen Plan B in der Schublade liegen zu haben, um sich mehrere Optionen - beispielsweise Lehrstelle oder Berufsschule - zu erhalten, ergänzte Bestvater. Und man müsse seine berufliche Laufbahn an den eigenen Neigungen und Fähigkeiten orientieren. Die Suche nach dem Optimum besteht für den Berufsberater aus drei Säulen. Orientieren - Entscheiden - Bewerben, lautet die von Daniel Bestvater empfohlene Losung.
"Man muss sich Ziele stecken", sagt der Berufsberater, der in der Orientierungsphase auch Gespräche mit Eltern, Lehrern und anderen Vertrauten aus dem Umfeld des Schülers für sehr wichtig hält. Denn bei der zentralen Frage "Was zeichnet mich aus?" könnten gerade diese Ratgeber als ehrliche Impulsgeber dienen. Die Schulabsolventen können sich, je akribischer sie sich vorbereiten, überflüssige Irr- und Umwege ersparen.
Weitere Entscheidungshilfen könne zudem die Berufsberatung der Arbeitsagenturen bieten. Hier bestehe für die Schüler die Möglichkeit, in Tests weitere Anhaltspunkte für eine geeignete Arbeit zu erlangen. Im Berufsinformationszentrum können Informationen über Berufe auf verschiedenen Internetseiten eingesehen werden. Auch die Vermittlung von betrieblichen Ausbildungsstellen und Bewerbungshilfen gehörten zu den Leistungen, betonte Daniel Bestvater.
Noch mehr ans Eingemachte geht es dann in der Entscheidungsphase. Hier können Praktika und Ferienjobs als Auswahlhilfen dienen. Es sei immer ein gutes Zeichen, wenn Bewerber in ihren Unterlagen solche freiwilligen Dienste vorweisen können, berichtete Bestvater. Sein Tipp: "Man sollte eine Hitliste erstellen, welche Berufe infrage kommen." In diese Aufstellung sollten Faktoren wie Arbeitszeit, Aufstiegschancen, Verdienstmöglichkeiten und Region einfließen. "Sich zu entscheiden ist der schwierige Punkt. Die Berufsberatung kann hier helfen", sagt Daniel Bestvater.
Berufsberatung hilft weiter
Nachdem sich die Schulabsolventen orientiert und eine Entscheidung getroffen haben, müssen sie nun mit möglichst ansprechenden Bewerbungsunterlagen den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern oder - wer weiterhin zur Schule gehen möchte - zu Bildungseinrichtungen aufnehmen. Hilfestellung leistet auch hier die Berufsberatung, etwa bei der Erstellung eines Profils, durch den Vermittlungsservice, beim Gestalten einer adäquaten Mappe oder durch die Jobbörse.
Sich rechtzeitig nach einem Ausbildungsplatz umzuschauen sei auf jeden Fall der richtige Weg. Doch auch, wenn es nicht auf Anhieb mit dem Job klappen sollte, stünden den Schulabgängern viele Türen für eine gute berufliche Perspektive offen. So müssten selbst Hauptschüler, die ohne Abschluss von der Schule abgehen, nicht den Kopf in den Sand stecken. In diesem Fall skizzierte Bestvater allein fünf mögliche Wege zur Arbeitsstelle - darunter das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und die Berufseinstiegsklassen (BEK) an den Berufsbildenden Schulen.
Schülern mit Haupt- oder Realschulabschluss stehen Zweige der ein- und zweijährigen Berufsfachschule offen. Hier können sie zudem ihren Realschulabschluss nachholen. Und je besser der Abschluss und der Notenschnitt, desto weiter öffnen sich die Türen für die berufliche Karriere. So können Schüler, die den erweiterten Realschulabschluss schaffen, über die Klassen 10 bis 12 des Gymnasiums oder die Klassen 11 bis 13 des Beruflichen Gymnasiums zur allgemeinen Hochschulreife kommen. Für die Fachhochschulreife können sich auch Schüler mit dem Realschulabschluss auf verschiedenen Wegen qualifizieren. Hier ist dann sogar das duale Studium möglich.
Für welchen Weg sich die Thedinghauser Schulabgänger auch entscheiden - Eile ist jetzt geboten. Noch bis zum 20. Februar ist das Bewerbungsfenster für die Anmeldung an den weiterführenden Schulen geöffnet. Wer gleich in das Berufsleben einsteigen möchte oder eine Praktikumsstelle sucht, sollte sich schon jetzt bewerben. "Je früher, desto besser", rät Daniel Bestvater.




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