Im Schreiben der Genehmigungsbehörde sei lediglich die Rede von seismischen Messungen, die der Energiekonzern im Bereich des Betriebsplatzes an der Schülinger Straße plane, so Brandt. Deshalb werde man jetzt nähere Auskünfte einholen. Bethge: "Wenn es in der Nähe eine Bebauung gibt, werden wir eine Bestandssicherung beantragen." Bürgermeister Brandt verwies auf Risse in Häusern, die von den Eigentümern auf die Erdgasförderung zurückgeführt werden.
Wie das Landesbergamt gestern auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, sollen die Messungen im Zusammenhang mit dem Bohrloch Z2 "zwischen Holtebüttel und Völkersen stattfinden". Dort sei keine Bebauung vorhanden, erhebliche Beeinträchtigungen werde es nicht geben.
Laut RWE Dea will der Konzern mit den Untersuchungen "die systematische Erschließung des Erdgasfeldes optimieren". Dazu würden in rund zehn Meter Tiefe Schallwellen erzeugt, die von den Gesteinsschichten reflektiert und mit so genannten Geophonen im Bohrloch der Z2 aufgezeichnet würden. "Anhand dieser Daten können wir ein detailliertes Bild des Untergrundes erstellen", so Pressesprecher Derek Mösche. Mit negativen Auswirkungen an der Oberfläche sie nicht zu rechnen, die Öffentlichkeit werde rechtzeitig über die Messung informiert. Eine weitere Messung sei an Völkersen Nord Z6, dem gegenwärtigen Standort der Bohranlage, geplant.
Der Antrag der RWE Dea war erst am Ende der Sitzung zur Sprache gekommen, zuvor hatte sich der Bauausschuss dem Haushaltsplan 2012 gewidmet und dabei erfahren, dass Mitarbeiter des Bauhofes im vergangenen Jahr 1695 Stunden für die Pflege der Kinderspielplätze aufgebracht haben. Davon wiederum entfielen 1044 Stunden allein auf das Rasenmähen. "In der Vegetationsphase sind zwei Leute permanent damit beschäftigt", so Bethge. Er schlug vor, diese Arbeiten an eine Firma zu vergeben, Kostenpunkt: 36500 Euro.
Auf Anregung von Andreas Noltemeyer, der als Grüner eine Gruppe mit der WGL-Fraktion bildet, wird geprüft, ob auch das Mähen von Sportplätzen und weiterer öffentlicher Grünflächen als Gesamtpaket an Private vergeben werden sollte. Die SPD hätte darüber mit Blick auf die zu erwartenden Millionenausgaben für das Schulzentrum lieber später entschieden, unterlag aber in der Abstimmung. 50000 Euro für einen Streusalzsilo gingen für Dieter Haase (SPD) dagegen "in Ordnung". Seine Fraktion hatte sich auf dem Bauhof zeigen lassen, wie umständlich das Streusalz gegenwärtig noch aus Säcken in den Unimog befördert werden muss. "Was die Berufsgenossenschaft dazu sagen würde, möchte ich lieber nicht wissen", so Haase.
Brandt und Bethge begründeten die Anschaffung vor allem mit einer höheren Effizienz. Die unverändert acht Mitarbeiter des Bauhofes sollten die gewonnene Zeit unter anderem für die Unterhaltung des gewachsenen Straßennetzes nutzen. Der Bürgermeister: "Da wollen wir künftig mehr tun." Zurzeit sei der Bauhof außerdem täglich zwei Stunden damit beschäftigt, das marode Hauptpumpwerk in Etelsen in Gang zu halten, berichtete Sebastian Jüntgen vom Bauamt. Die 20 Jahre alte Anlage müsse dringend ersetzt werden. Im Haushalt schlägt das mit 245000 Euro zu Buche. Für 104000 Euro soll eine alte Druckrohrleitung ausgetauscht werden, die zur Fischerhütte und zum Landschulheim in Cluvenhagen führt. 55000 Euro sind für ein Beleuchtungskonzept vorgesehen. Die gut 970 Straßenlampen verursachen derzeit Stromkosten von jährlich 87000 Euro. "Das wollen wir auf ein Drittel minimieren", so Bethge. Die Umstellung erfordere gut 600000 Euro, die zum Teil durch Zuschüsse gedeckt würden.
Die Entscheidung über eine Gestaltung der Bahnhofstunnel in Langwedel und Etelsen durch Graffiti hat der Ausschuss gemäß einer Empfehlung des Ortsrates Etelsen vertagt. Zuerst soll geprüft werden, ob ein "Graffiti-unempfindlicher Anstrich" nicht günstiger wäre.


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