Verden. Wenn in diesen Tagen Ölspuren auf den Straßen beseitigt werden müssen, könnte Väterchen Frost dahinterstecken. Die Kälte lässt so manche Motorentlüftung einfrieren, so dass wegen des Überdrucks, der nicht entweichen kann, Motoröl durch die Peilstaböffnung gedrückt wird. "Wer nach dem Aufleuchten der roten Lampe nicht sofort den Motor abstellt, riskiert einen kapitalen Motorschaden", sagt Kraftfahrzeugmeister Peter Meyer aus Hohenaverbergen. Das passiere vor allem Autofahrern, die auf Kurzstrecken unterwegs seien. Betroffen seien besonders Kleinwagen mit Motoren aus Aluminium. Warum es ausgerechnet diese Triebwerke erwischt, erklärt der Fachmann so: "Aluminiummotoren schwitzen mehr als andere, es sammelt sich Kondenswasser im Inneren des Motors und vermischt sich mit dem Öl. Im Winter wird der Motor auf Kurzstrecken nicht warm genug. Es entsteht Schlacke, die von der Ölpumpe in den kalten Zylinderkopf befördert wird, wo sie gefriert. Das lässt die Ölbohrungen verstopfen, der Motor bekommt kein Öl mehr und läuft sich fest."
Dass etwas mit dem Öldruck nicht stimmt, darauf würden Autobesitzer von der Bordelektronik mit einer roten Warnleuchte hingewiesen. "Sofort anhalten", rät Meyer in einem solchen Fall. Viele Fahrzeughalter ignorierten die Öldruckwarnlampe seiner Erfahrung nach und würden einfach weiterfahren. "300 Meter reichen, um einen Motor zu zerstören", erklärt Meyer. Er kennt Fälle, in denen seinen Kunden während des Eiskratzens der Motor festgelaufen ist. "Ich rate dazu, beim Kaltstart besonders genau hinzusehen, ob die Öldruckwarnleuchte ausgeht, nachdem sie wie üblich kurz angegangen ist", sagt der Kraftfahrzeugmeister. Ist der Motor kaputt, könnten sich die Reparaturkosten schnell auf 3000 bis 3500 Euro summieren. Bei älteren Kleinwagen übersteige der Schaden schnell den Wert des Autos. Eine Reparatur sei in solchen Fällen nicht mehr wirtschaftlich, ein neues Auto müsse her.
"Ist der Schaden noch überschaubar, kann repariert werden. Wenn der Motor noch Kompression hat, ist das immer ein gutes Zeichen. Um kältebedingten Schäden vorzubeugen, bietet der Kraftfahrzeugmeister seinen Kunden einen entsprechenden Service an. Dabei werde die Motorenentlüftung gereinigt. Autos, die diesem Service unterzogen würden, blieben erfahrungsgemäß von eingefrorenen Motoren verschont. "Zu uns kommen VW- und Seat-Fahrer. Eine Mercedes A-Klasse hatten wir allerdings auch schon in der Werkstatt. Es betrifft im Grunde alle Marken", sagt Meyer.
Beim Autohaus Eggers in Borstel kennt man diese Art Schäden ebenfalls. Durchschnittlich kommen bei Kälte fünf Autos pro Tag, meist Kleinwagen, mit Kälteschäden am Motor in die Werkstatt. "Lupos und Golf IV mit 1.0- bis 1.4-Liter-Motoren", nennt Serviceleiter Holger Stellmann zwei Modelle. "Wir sorgen aber vor. VW bietet Umrüst-Kits für einige Modelle an. Die alte Motorentlüftung wird durch ein Teil mit Heizdraht ersetzt, damit sich erst gar kein Kondenswasser bilden kann", erklärt Stellmann. Helfen könne aber schon eine Inspektion in regelmäßigen Intervallen, bei der unter anderem das Öl gewechselt werde. Bei regelmäßig gewarteten Fahrzeugen zeige sich Volkswagen kulant und übernehme die Kosten einer Reparatur weitgehend.


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