Achim. Sparvorschläge von rund 150000 Euro hatten Wiltrud Ysker und ihre Mitarbeiter aus dem Fachbereich Soziales, Bildung, Sport und Kultur dem Ausschuss vorgelegt. Von der Anhebung der Gruppenstärke auf 25 Kinder bis zum Streichen des Zuschusses für Familienkuren. Nach dreistündiger Debatte waren vor allem die Eltern, die die Sitzung als Gäste mitverfolgten, froh über den Beschluss, die Gruppen in den Kindergärten nicht zu vergrößern. Aber auch die mühevoll erreichte Einspar-
summe war dahingeschmolzen.
Keinen Zweifel ließ Bürgermeister Uwe Kellner an der Notwendigkeit aufkommen, dass in Bierden bei Kindergarten und Grundschule Sanierungs- und Ausbaubedarf besteht. Auf rund fünf Millionen Euro schätzt er den Finanzbedarf für diese Maßnahmen. Aber weder im nächsten noch im übernächsten Jahr könne tatsächlich investiert werden, prognostiziert Kellner. Gegen die Stimmen der CDU nahm der Ausschuss den Antrag der SPD an, die Planung schon in diesem Jahr zu beginnen. Kosten: 100000 Euro.
Die Erhöhung der Belegungszahl in den Kindergärten von 23 auf 25 würde zu Einsparungen von etwa 30000 Euro in diesem und jeweils gut 70 000 Euro in den kommenden Jahren führen. Auch das Landesrechnungsprüfungsamt habe die Stadt zur Anhebung auf die gesetzliche Höchstgrenze von 25 Kindern pro Gruppe ermahnt, sagte Bernd Junker (SPD) und machte deutlich, dass seine Fraktion für die Erhöhung ist. Sein Votum möchte Junker auch als ein Stück Ehrlichkeit gegenüber den Bürgern verstanden wissen. Gleichzeitig dürften aber nicht auch noch die Elternbeiträge um drei Prozent steigen. Das wäre nicht fair, argumentierte Junker. Die CDU sei vehement gegen die Anhebung der Gruppenstärke, sagte Tiina Böse und erhielt damit Beifall von den Eltern, die die Sitzung verfolgten.
Die Väter und Mütter hatten unter anderem mit dem ohnehin schon hohen Lärmpegel in 23-er Gruppen argumentiert und beklagt, dass eine individuelle Förderung von Kindern weiter erschwert würde, wenn die Gruppengröße steige. Weder Lars Gagelmann (WGA/FDP) noch Boris Berthelmann (Grüne) möchten zu Lasten von Kindern sparen. "Dann lassen wir die Bibliothek, wo sie ist", schlug der Grüne als Alternative vor. Seine Fraktionskollegin Silke Thomas ist für die Beibehaltung der 23-er Gruppen, um gegenüber den Eltern glaubwürdig zu bleiben. Das Votum des Ausschusses fiel eindeutig aus: sechs Gegenstimmen bei drei Enthaltungen (SPD).
Die Jugendarbeit der Stadt liegt in den Händen des Vereins Sofa (Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe). 225000 Euro wollte die Stadt - wie jedes Jahr - an den Verein dafür überweisen. Der Ausschuss folgte den Vorschlägen aus dem Rathaus, 15000 Euro bei mehreren Projekten einzusparen. Ganz gestrichen wurden die Jugendfreizeiten für ältere Jugendliche, Kürzungen muss der Verein Ex!t in Bierden und die Jugendarbeit in Baden hinnehmen. Der Jugendförderverein Ex!t betreibt seit 2008 selbstorganisiert und eigenverantwortlich Jugendräume in Bierden. Bernd Junker (SPD) hätte den noch verbliebenen Zuschuss von knapp 10000 Euro am liebsten ganz gestrichen, weil sich bei Ex!t derzeit wenig bewegt. Er hätte es lieber gesehen, wenn der Verein seine geplante Arbeit vor dem Ausschuss selber begründet hätte.
Vor Jahren wurde das Jugendhaus der Stadt verkauft. Die Zinsen, die die Stadt bekommen hätte, wenn sie das Geld angelegt hätte, soll jedes Jahr für die Jugend ausgegeben werden. Die Stadtverwaltung hatte allerdings vorgeschlagen, die 25000 Euro um 7000 Euro zu kürzen. Nein, sagte Bernd Junker entschlossen und zog die Ausschussmehrheit auf seine Seite.
Der Verein Achimer Tafel wollte 8000 Euro von der Stadt haben. Hintergrund ist die Anschaffung eines weiteren Fahrzeuges. Die Tafel muss aber mit 4000 Euro auskommen. Notfalls, so der Sozialausschuss, kann es noch weitere 2000 Euro geben.


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