Langwedel. Die dritte und die vierte Klasse der Grundschule Völkersen ist bereits mit interaktiven Tafeln ausgestattet. Jetzt sollen außer fünf Tablets noch zwölf Laptops dazukommen, die Schulleiterin Angelika Bernstein-Janßen in der ersten und zweiten Klasse einsetzen möchte. Denn: Heute würden beispielsweise nicht mehr alle Kinder gleichzeitig den selben Satz einüben, deswegen sei das Rechtschreibprogramm sehr hilfreich. "Da sehen sie sofort, an welchen Wörtern sie noch arbeiten müssen." Gleichzeitig gewönnen die Lehrkräfte mehr Zeit für die Unterrichtsgestaltung.
"Zwingend notwendig"
Laptop-Klassen, steuerte Ausschussmitglied Volker Penczek (SPD) aus seiner Erfahrung als Förderschullehrer bei, seien "zwingend notwendig". Die Klapprechner böten viele Möglichkeiten zur Differenzierung und Individualisierung, ohne die es in einem zeitgemäßen Unterricht nicht mehr gehe.
Petra Schütte (CDU) wunderte sich, dass die Grundschulen Langwedel und Etelsen nicht ebenfalls nach Laptops verlangen. Dort werden binnen dieses Jahres die dritten und vierten Klassen komplett mit interaktiven Tafeln ausgestattet sein, Etelsen plant dies auch für die ersten beiden Jahrgänge. Außerdem stehen in Langwedel und Etelsen in jedem Klassenraum PCs, aber nirgendwo ein Laptop. Das liege daran, dass jede Schule unterschiedliche Prioritäten setze, erläuterte Hauptamtsleiter Rolf Korb. "Das ändert sich aber, ist ständig in Bewegung und hängt außerdem von der Zusammensetzung des Lehrkörpers ab."
In der Oberschule sind derzeit die Fachräume für Physik, Chemie und Biologie sowie der erste Oberschuljahrgang mit Whiteboards versorgt. In diesem Jahr sollen noch der Musikraum und ab dem neuen Schuljahr die nächsten Oberschulklassen hinzukommen. Außerdem werden zehn Notebooks für den Fachunterricht angeschafft. Dazu ist es notwendig, neue Kabel für Strom und Datenübertragung zu verlegen - was Heike Schmitz (WGL) zu der Frage veranlasste, ob man sich diese Ausgabe angesichts der bevorstehenden Sanierung, Um- oder Neubau der Goldbach-Schule nicht sparen könne. "Nein", sagte Schulleiter Rolf Bartels, "darauf können wir nicht warten, das würde unser Oberschulkonzept durcheinanderbringen".
Dazu gehört auch die Ausweitung der Nachmittagsbetreuung um einen dritten freiwilligen Tag, der mit außerschulischen Kooperationspartnern bestritten werden soll. Dafür sind für dieses Jahr 2500 Euro vorgesehen. Die Folgefinanzierung ist offenbar keine Frage, wie Sprecher aller Fraktionen versicherten. Bartels hatte an einem komplizierten Rechenmodell dargelegt, wie er die in Aussicht gestellten Mittel verwenden will. Er geht davon aus, dass für die Fünft- und Sechstklässler ab dem Schuljahr 2012/2013 sechs Arbeitsgemeinschaften eingerichtet werden können.
Rolf Korb empfahl der Politikerrunde, die "relativ entspannten Haushaltsberatungen zu genießen", weil dazu in den kommenden Jahren kaum noch Gelegenheit sein werde. Am 16. Februar wird dem Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung die Machbarkeitsstudie zum Schulzentrum vorgestellt. Das damit beauftragte Verdener Architekturbüro Dreischhoff erläutert, was es auf 127 Seiten zusammengetragen hat. Im Raum stehen drei Alternativen: Sanierung, teilweiser Abriss mit Neubaumaßnahmen oder ein kompletter Neubau. Teuer sind alle Lösungen, die Schätzungen bewegen sich zwischen 10 und 14 Millionen Euro. Laut Korb wird die Zahl der Schüler in der Goldbach-Schule von derzeit rund 550 in zehn Jahren auf 350 sinken.
Weitere Ausgaben sieht der stellvertretende Verwaltungschef durch die beabsichtigte Inklusion auf die Gemeinde zukommen. Das Land habe zwar gesagt, damit seien keine Kosten verbunden, zumindest für Langwedel aber stimme das nicht. Die Grundschulen seien nicht barrierefrei und in zwei Fällen zweistöckig. "Das könnte Investitionen im zweistelligen Bereich bedeuten", so Korb.
Im Haushaltsplan für dieses Jahr sind unter anderem auch 15000 Euro für die Anpflanzung neuer Bäume an der Langwedeler Grundschule in der Marienstraße vorgesehen, nachdem der alte Bestand hatte gefällt werden müssen. Bürgermeister Andreas Brandt: "Wir nehmen gerne Spenden in Form von Bäumen entgegen." Zur Auswahl der Arten ist der Revierförster um Rat gefragt worden. Ortsbürgermeisterin Sigrid Ernst bekam bei ihrem Wunsch nach einer Bürgerversammlung Unterstützung von Volker Penczek, weil man so vielleicht Paten für die Bäume finde.


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