Das viel beachtete Projekt der "Gesundregion" im Bereich Rotenburg und dem Nordkreis Verden verfolgt einen "ganzheitlichen" Gesundheitsansatz. Therapeuten verschiedener Ausrichtungen wollen hier gemeinsam - unter anderem mit anthroposophisch orientierten Ärzten - mit naturnahen und ganzheitlichen Therapien, die Körper und Geist ansprechen, an der Gesundheitsvorsorge und der Heilung von Menschen arbeiten. Das Projekt wird unter anderem mit EU-Mitteln gefördert. "Eine mündliche Zusage für die Bewilligung dieser Gelder haben wir bereits", sagte Bürgermeister Hofmann jetzt im Ortsrat und stellte anhand des Lageplans und einiger Skizzen das Vorhaben dem Ortsrat vor.
Die Gemeinde wird das rund 3300 Quadratmeter große Areal auf der Rathauswiese - vor dem evangelischen Kindergarten - für das GZO zur Verfügung stellen und beteiligt sich über den Verkauf dieser Fläche an der Finanzierung des Vorhabens. Für die Autos der künftigen Patienten soll ein Teil des Parkplatzes am Netto-Markt genutzt werden, teilte Hofmann mit.
"Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr den Grundstein für das Gesundheitszentrum legen. Von dem GZO werden alle Ottersberger Bürger profitieren", sagte Hofmann im Ortsrat.
Im Flecken Ottersberg gibt es rund 120 Menschen, die als Ärzte, Heilpraktiker, Kinesiologen, Physiotherapeuten oder Kunsttherapeuten arbeiten. Dieses ungewöhnlich breite Spektrum an Menschen, die in therapeutischen Berufen arbeiten und weitestgehend alternative Heilmethoden abdecken, ist ein wichtiger Faktor für den Bau des Zentrums. Viele der Therapeuten und Mediziner hatten sich bereits vor Jahren in dem Verein Kunst & Therapie gebündelt - einige von ihnen wollen ihre Kompetenz in dem Gesundheitszentrum einbringen.
Das Zentrum soll überregional Menschen anlocken, den Ort für den Gesundheitstourismus interessant machen und dadurch wiederum Arbeitsplätze schaffen sowie Geldströme in die Region lenken, so das Konzept. Außerdem sei es eine hervorragende Ergänzung zum Diakoniekrankenhaus Rotenburg und zum Reha-Zentrum in Gyhum. In dem Gesundheitskompetenzzentrum könnten Therapie, Beratung und Ausbildung im Gesundheitsbereich gleichermaßen ihren Platz finden. Einer der Anbieter wird die Hausarztgemeinschaftspraxis Dr. Bernd Menke und Andreas Hofinga sein, der die anthroposophisch orientierte Medizin vertritt. Die Praxis sollte von der Langen Straße in das neue Zentrum verlegt werden, weil die Ärzte hier mehr Platz zur Verfügung haben und obendrein ihr Angebot eventuell noch mit einem weiteren Mediziner erweitern könnten.
Zusätzlich könnte hier ein Gesundheitsbüro eingerichtet werden, das sowohl eine Beratungsfunktion habe als auch für Seminare zuständig sei. Tanz- und Gymnastik, Qigong im Freien, Lerntherapie mit Kindern, Beratung und Training, Familientherapie und Heilpraktikerschule sind weitere mögliche Angebote. Auch Ernährungsberatung sei ein Thema. Außerdem soll ein Café eingerichtet werden, das ebenfalls für Kulturveranstaltungen genutzt werden könne. Ursprünglich war auch vorgesehen, dass die Bio-Emma hier Räume bezieht und Bio-Lebensmittel offeriert. Doch dem Vernehmen nach, hat sich das Naturkostgeschäft wieder von dem Projekt verabschiedet. Ob ein neuer Biomarkt hier einzieht, ist noch offen. Die künftigen Nutzer wollen in einer Bauherrengemeinschaft gemeinsam das Millionenprojekt stemmen.


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