Was die berufliche Perspektive seiner Mitarbeiter angeht, ist Bremer optimistisch. Alle seien gut ausgebildet und haben zum Großteil schon eine neue Arbeit gefunden. Er selbst sei mit verschiedenen großen Unternehmen im Gespräch. Ob sein künftiger Arbeitsort in Verden oder anderswo in Deutschland sein werde, bleibe abzuwarten - "da muss ich offen sein".
Ende der 1990er-Jahre seien die Probleme erstmals spürbar geworden: der Kundenstamm bröckelte. "Inzwischen haben wir nicht mal mehr 50 Prozent der Kunden, die wir einmal hatten", bilanziert Bremer. Ursachen für den Schwund gebe es unterschiedliche. Das Hauptproblem sieht der 53-Jährige allerdings in der wachsenden Supermarktdichte. "Wenn ich alles, was ich zum täglichen Leben brauche, vor der Haustür habe, warum soll ich mich dann für ein Fischfilet extra auf den Weg in die Fußgängerzone machen?" In dieser Hinsicht bestehe in der Politik leider keine Sensibilisierung. Bremer befürchtet daher langfristig eine "ausgetrocknete Innenstadt". Mit Supermarktpreisen kann der Fachhändler zudem nicht mithalten. Dass ein frisches Filet teurer sei als ein Tiefkühlprodukt vom Discounter, aber dafür auch ganz anders schmecke, sei nicht selten Gegenstand von Diskussionen gewesen.
Seine Kundschaft reagiere sehr betroffen auf die anstehende Schließung. "Eine Quarkspeise bitte, so etwas Gutes kriege ich ja bald nicht mehr", ist im Verkaufsraum zu hören. Der Nachtisch ist wie so vieles hausgemacht - nach eigenem Rezept, täglich frisch. Einen Rezeptvorschlag hat Frank Bremer auch gegen den Fachgeschäfte-Schwund in der Innenstadt. "Mehr Wohnraum in der Innenstadt anstelle von immer neuen Geschäften wäre sicher zielführender." Seine Forderung: "Die Menschen müssen wieder ins Zentrum geholt werden."


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