Achim. Der Angeklagte hatte den Schuppen an einen Handwerker vermietet, der darin mehrere Starkstromkabel und Maschinen gelagert hat. Der Schrotthändler nahm einige der Kabel mit und auch noch ein Teil einer Maschine. Nach Angaben des Eigentümers hatten die Sachen einen Wert von mehreren Tausend Euro. 60 Euro habe er dafür bekommen, sagte der Vermieter jetzt vor dem Amtsrichter. Er habe in eineinhalb Jahren nur 30 Euro von seinem Mieter erhalten, verteidigte der 62-Jährige seine eigenwillige Methode, sich wenigstens einen Teil der ausstehenden Miete zu beschaffen.
150 Euro im Jahr sollte der Schuppen kosten, war mündlich vereinbart worden. Kurze Zeit später wollte der 62-Jährige mehr haben, monatlich 70 Euro. Ungeklärt blieb die Frage, wie viel Geld tatsächlich gezahlt worden ist und diese Frage war auch nicht erheblich. Es hätte andere Wege gegeben, die Miete einzufordern, hielt der Richter dem Angeklagten entgegen, "das muss Ihnen doch einleuchten." Der blieb aber bei seiner Auffassung, er fände es nicht fair, nur 30 Euro bekommen zu haben, während sein Mieter doch drei Autos besitze.
Letzter Job vor 13 Jahren
Er trinke nicht mehr so viel wie früher, beantwortete der Morsumer eine Frage des Richters nach seinem Verhältnis zu Alkohol, und fügte hinzu, dass er auch nicht mehr Auto fahre. Vier Mal hatte er sich in der Vergangenheit wegen Trunkenheitsfahrten vor dem Richter verantworten müssen, zuletzt vor 13 Jahren. Das war das Jahr, in dem er seinen letzten Job hatte. Inzwischen ist der dreifache Vater "glücklich geschieden", wie er sagte und hat in dem Haus, das seiner Ex-Frau gehört, lebenslanges Wohnrecht. Vor zwei Tagen sei sein Bad eingefroren, sagte der Morsumer, der mit einer Rente von 509 Euro auskommen muss, und gab damit einen kleinen Einblick in seine Wohnverhältnisse.
90 Tagessätze à 15 Euro, so lautete schließlich das Urteil gegen den Mann, der zwar nicht immer ganz bei der Sache war während der Verhandlung, sich aber Mühe gab, einen ordentlichen und respektvollen Eindruck zu hinterlassen.


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