Langwedel. Der Zuschauerraum war diesmal überwiegend von Männern in blauen Uniformen bevölkert. Die beeindruckende Präsenz erklärte sich daraus, dass die Feuerwehrleute schon seit vier Jahren fordern, Putzarbeiten in den Gerätehausen und das Mähen der Grünflächen aus Steuergeldern zu finanzieren. Jetzt sei der Punkt erreicht, an dem endlich was passieren müsse, so Gemeindebrandmeister Heiner Lindhorst.
21200 Euro jährlich
Insgesamt 10000 Euro jährlich für die Glasreinigung der sechs Feuerwehrhäuser auszugeben, war für die Politiker kein Punkt. Diese Arbeiten seien den Wehren schon aus Sicherheitsgründen nicht zuzumuten, hieß es unisono. Die 11200 Euro für die Gebäudereinigung aber bereiteten allen mehr oder minder schwere Bauchschmerzen. Margrid Sengstake (SPD) meinte, dass sich diese Kosten durch den Einsatz von 400-Euro-Kräften doch sicher senken ließen. Was Bürgermeister Andreas Brandt, ebenfalls SPD, anzweifelte. Und Lars Lorenzen (CDU) rechnete mal eben fix aus, dass ein "Putzvorgang" 78 Euro koste. Das sei nicht zu viel, die Summe von 11200 Euro also gerechtfertigt.
Am Ende einigte man sich - bei Enthaltung der WGL - darauf, die Gesamtsumme von 21200 Euro im Haushalt vorzusehen und Ende des Jahres nach preiswerteren Alternativen Ausschau zu halten. Hinsichtlich der Rasenpflege soll es ein Gesamtkonzept für alle öffentlichen Flächen wie Sportplätze, Burgbad und Kinderspielplätze geben. Weder die Hausmeister der Schulen noch der Bauhof könnten diese Aufgabe weiterhin wahrnehmen beziehungsweise übernehmen, so Bürgermeister Brandt.
Vor der Abstimmung hatte sich Gerd Landzettel bei den Feuerwehrleuten unbeliebt gemacht. Er sitze nun schon seit Jahren im Feuerschutzausschuss, weil seine Fraktion ihn dafür auserkoren habe ("Warum, weiß ich eigentlich auch nicht"), und erlebe, dass die Feuerwehren "immer pfleglich behandelt" würden. "Da gab es nie Diskussionen über Geld." Glasreinigung und Rasenpflege aus dem Gemeindehaushalt zu zahlen, sei auch für ihn keine Frage, so Landzettel, wohl aber die Gebäudereinigung. Schließlich würden die Häuser "ausschließlich" von Feuerwehrleuten genutzt, da könnten sie selbst für hygienische Zustände sorgen.
Schon gar nicht verstehe er, fuhr der WGL-Mann fort, dass die Feuerwehren bei einem höheren Zuschuss in die Kameradschaftskassen bereit wären, selber zu putzen, und sonst mit Austritten drohten. "Da muss man dann vielleicht auch mal über die Strukturen nachdenken", erklärte Landzettel. Worauf wiederum dem Gemeindebrandmeister herausrutschte, dass Reinigungskräfte aus Kameradschaftskassen bezahlt würden, was... aber das solle er nicht sagen. Irmtraud Kutscher (SPD) redete dagegen Klartext: "Es kann nicht sein, dass wir als Gemeinde Schwarzarbeit fördern."
Nachdem Landzettel belehrt worden war, dass die Feuerwehrhäuser zum Teil auch den Dorfgemeinschaften zur Verfügung stehen, wurde er vom stellvertretenden Gemeindebrandmeister Lossau bezichtigt, nicht zu wissen, "wie's bei der Feuerwehr aussieht, obwohl Sie doch schon so lange in diesem Ausschuss sitzen." Hier griff Vorsitzender Karlheinz Glander (Grüne) ein: "Diese Diskussion könnt Ihr draußen vor der Tür führen."
Gemeindebrandmeister Lindhorst wies darauf hin, dass in den kommenden Jahren alte Feuerwehrfahrzeuge ersetzt werden müssten.


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