Exakt 21091,81 Euro sind jetzt auf dem Konto der evangelischen Kirchenstiftung im Westen der Weser, in der die sechs Stiftungsinitiativen der Kirchengemeinden Thedinghausen, Lunsen, Blender, Intschede, Oiste und Riede zusammengeschlossen sind, von der Landeskirche in Hannover verbucht worden. Am Dienstagabend folgte während der Stiftungsratssitzung im Gemeindehaus Lunsen auch der offizielle Akt. Martin Käthler, Stiftungsberater der Landeskirche, war extra aus der Landeshauptstadt angereist und hatte einen symbolischen Scheck in Übergröße dabei.
Die mehr als 21000 Euro hat die Kirchenmutter als Bonus auf die von der Stiftung im Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis 30. Juni 2011 gesammelten Spenden gezahlt. Innerhalb dieser zwei Jahre sind etwas mehr als 63000 Euro an Drittmitteln eingeworben worden. "Die Landeskirche Hannover hat in dem genannten Zeitraum alle neuen Zustiftungszuwendungen im Verhältnis 3:1 bonifiziert", erklärt Helmut Bartels, stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender und Mitglied der Kirchengemeinde Riede, den Geldsegen aus Hannover. Für jeden dritten gesammelten Euro gibt es also einen Euro von der Landeskirche dazu.
Den Scheck haben Bartels, der Stiftungsratvorsitzende Henning Schrader und die anderen Ratsmitglieder natürlich gerne angenommen, erleichtert das Geld doch die Arbeit der Kirchengemeinden trotz sinkender Einnahmen aus Kirchensteuern. Zwar sei das mittelfristige Ziel der Stiftung seit der Gründung in 2007, einen Kapitalstock von 500000 Euro aufzubauen, noch nicht erreicht. "Aber wir sind dem schon sehr nahe", sagt Henning Schrader, der insgeheim sogar schon mit der Zwei-Millionen-Marke liebäugelt. "Auf diese Summe kommen wir aber nicht mit dem Klingelbeutel. Da braucht es schon große Sponsoren."
Je höher das unantastbare Stiftungskapital, umso größer sind auch die Zinsen, die für die Projekte ausgeschüttet werden können. "Stiften ist wie einen Apfelbaum zu pflanzen. Wenn er groß ist, kommt die Ernte - jedes Jahr aufs Neue", lautet somit auch die Devise der Kirchenstiftung. Der Stiftungsrat entscheidet auf Antrag der sechs Kirchenvorstände jährlich über die Verwendung der Stiftungserträge. So können regionale Projekte - zum Beispiel in der Jugendarbeit - unterstützt werden, aber auch die Vorhaben einzelner Gemeinden. "In Zukunft sollen auch zusätzliche Personalstunden finanziert werden, damit die kirchliche Arbeit in jeder Gemeinde dauerhaft fortgesetzt werden kann", kündigt der Stiftungsrat an.
Zuletzt hatte die Stiftung Aus Liebe zum Ort schon einige Projekte gefördert. So erhielt der gemeinsame Kirchenchor Blender mit Vertretern aus Intschede und Oiste einen Zuschuss von 500 Euro. Die Gemeindefahrt der Kirchengemeinde Riede wurde mit 250 Euro unterstützt. Die Kirchenkreis-Band Convoice bekam für ihren Auftritt beim Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden in Blender einen Betrag von 100 Euro. Sogar 1000 Euro flossen in den Treppenlift an der Maria-Magdalena-Kirche in Thedinghausen.
Weiterhin sind zwei Treffen der konfirmierten Jugendlichen der Region und die Erstellung des gemeinsamen Flyers der Stiftung, den es seit dem vergangenen Herbst gibt, gefördert worden. Kurz vor der Umsetzung steht außerdem die finanzielle Einspeisung von 50000 Euro in das Stiftungsvermögen, die aus einem Immobilienverkauf resultieren und vom Kirchenvorstand Oiste so beschlossen worden ist. Hier steht nur noch die Freigabe der Mittel durch den Kirchenkreisvorstand aus. "Die Stiftung soll nach und nach einen gewichtigen Beitrag leisten, ein lebendiges Gemeindeleben in der Region der Kirchengemeinden der Samtgemeinde aufrechtzuerhalten und fortzuführen", erklärt Henning Schrader das Stiftiungsprinzip.
Nach einer entsprechenden Kapitalansammlung, ergänzt der Stiftungsratsvorsitzende, soll mittelfristig auch die anteilige Finanzierung einer Pfarrstelle und von Personalstunden in den Kirchengemeinden in der Region realisiert werden.


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