Gesundheitschecks und Impfungen, der ganze Papierkram um Visum, Reisedokumente und Versicherungen, nicht zu vergessen die vielen Kleinigkeiten, an die beim Kofferpacken zu denken ist... - die Wochen vor ihrer Abreise am morgigen Sonnabend hatte Stefanie Schulz-Pedersen gut zu tun. "Und man muss ja auch dafür sorgen, dass hier alles weiterläuft, solange man weg ist."
Doch allmählich weicht dieser Stress der Vorfreude auf das kommende halbe Jahr. Mit "freudig, neugierig, offen" beschreibt die Achimerin aus Badenermoor ihre Gemütslage wenige Stunden vor der Abreise. Ein schönes Gefühl bereite dabei das Wissen, "dass die Menschen sich dort sehr auf mich freuen. Ich weiß, dass ich da gut aufgehoben bin."
Die Schule in Cotoca ist eine kirchliche Einrichtung für arme Kinder und wird von Schwestern geleitet, erzählt die 27-Jährige. "Ich werde dort als Lehrerin tätig sein, mit den Kindern leben und helfen, Zukunftsperspektiven für sie aufzubauen", beschreibt sie ihr Tätigkeitsfeld.
Welche Fächer sie unterrichten wird, stehe noch nicht fest. "Wahrscheinlich Deutsch und Englisch, wohl auch Sport... ich werde einfach überall reinschnuppern und für alles da sein, wo jemand gebraucht wird." Spannend werde dabei sicherlich der berufliche Austausch mit den bolivianischen Lehrern sein. Sie freue sich auf das gegenseitige Lernen und darauf, gemeinsam zu schauen, wie man etwas miteinander entwickeln kann.
Berichte auf Homepage
Wohnen wird Stefanie Schulz-Pedersen zusammen mit den Ordensschwestern auf dem Gelände der Schule. Dass das nächste halbe Jahr sich deutlich von ihrem gewohnten Leben unterscheiden wird, ist der jungen Frau klar. "Die Menschen dort leben in großer Armut." Aber genau dies sei ja einer der Ausgangspunkte für den Auslandaufenthalt: "Mir geht es so gut - ich möchte deshalb etwas für andere tun."
Sie habe sich zunächst über mögliche Projekte in Afrika und Südamerika erkundigt, erzählt die Lehrerin. Dass die Entscheidung letztlich für Südamerika fiel, hat auch etwas mit dem Lebensweg der Achimerin zu tun. "Ich bin selbst in Peru geboren, habe allerdings nur die ersten zwei, drei Jahre dort gelebt und weiß deshalb davon nichts mehr", freut sich die 27-Jährige auf ein Wiederentdecken der südamerikanischen Kultur. Außerdem spricht sie Spanisch, eine der Amtssprachen in Bolivien. "Ich habe auch mal sechs Jahre in Madrid gelebt."
Der Kontakt in die knapp 24.000 Einwohner zählende Stadt unweit von Santa Cruz kam über die katholische St.-Matthias-Gemeinde Achim und die Gemeindereferentin aus Hannover-Garbsen zustande, die selbst schon mehrfach in Cotoca zu Gast war.
Wer neugierig darauf ist, wie es Stefanie Schulz-Pedersen in Bolivien ergeht, kann in den kommenden Monaten auf der Homepage der St.-Matthias-Gemeinde nachschauen, wo sie regelmäßig über ihre Zeit in Cotoca berichten wird. Auf der Homepage finden sich auch Hinweise für diejenigen, die die vom Bistum Hildesheim geförderte Schule unterstützen wollen.
Wie genau das mit der Berichterstattung aus Bolivien wird, werde sich allerdings erst noch zeigen. In der Schule soll es ein Faxgerät geben. "Und ich habe gehört, dass es irgendwo ein Café gibt, zu dem die einzige Internet-Leitung im Ort geht", lacht die 27-Jährige. Auch dies eine spannende Sache für sie: "Man lässt für so ein halbes Jahr wirklich viel zurück."


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