Brake. Der bundesweit spürbare Trend auf dem Arbeitsmarkt hat auch vor der mittleren und südlichen Wesermarsch nicht Halt gemacht: Weil viele Betriebe aus Baubranche, Landwirtschaft und Gartenbau ihre Arbeiten im Freien reduziert oder ganz ausgesetzt haben, stieg die Erwerbslosenzahl im Januar leicht an. Im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur Brake waren 1795 Frauen und Männer ohne Job. Das sind 143 oder 8,7 Prozent mehr als im Vormonat. Diese Zunahme gibt laut Kathrin Hellfeuer, Leiterin der Arbeitsagentur, keinen Anlass zu Sorge. Sie sei ausschließlich saisonal bedingt. Weil die Zahl der Arbeitslosen um 5,8 Prozent unter dem Januar-Wert 2011 liegt, sieht sie insgesamt gar eine erfreuliche Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Dies sei durch weitere Indizien belegt.
So verweist Kathrin Hellfeuer unter anderem auf die Zahl der Arbeitssuchenden. Das sind die 1795 Frauen und Männer ohne Job sowie 1070 weitere Personen, die mit ihrer Entlassung rechnen, in ihrem derzeitigen Job keine Zukunft sehen, deren befristete Verträge auslaufen oder die in Fortbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen stecken und auf eine feste Stelle hoffen. Ihre Zahl ist im Vergleich zu Januar 2011 um 229 Personen oder 7,4 Prozent zurückgegangen, also deutlich stärker als die eigentliche Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum. Für Kathrin Hellfeuer ist das Ausdruck der guten Konjunktur. Für Auszubildenden, die eine dreieinhalbjährige Lehre begonnen haben und kurz vor der Abschlussprüfung stehen, sieht sie gute Chancen. "Ich bin zuversichtlich, dass die jungen Menschen, die jetzt auf den Markt strömen, schnell eine Beschäftigung finden."
Als zweites Indiz für die insgesamt gute Lage wertet Kathrin Hellfeuer den Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in der gesamten Wesermarsch, die von Juni 2010 bis Juni 2011 um 0,9 Prozent auf 25772 Personen gestiegen sei. Davon hätten Frauen (plus 2,3 Prozent) deutlich stärker als Männer (plus 0,2 Prozent) profitiert. Ein drittes Indiz für die verbesserte Lage lasse sich zwar noch nicht mit Zahlen belegen. Gleichwohl seien immer mehr Arbeitgeber, die bisher auf Zeit- und Leiharbeit setzten, inzwischen wieder bereit, selbst neue Mitarbeiter einzustellen.
Von den derzeit offiziell bei der Arbeitsagentur gemeldeten 241 offenen Stellen sind allerdings immer noch etwa ein Drittel Stellen bei Leiharbeitsfirmen. Gute Chancen, in der mittleren oder südlichen Wesermarsch eine Stelle zu finden, haben weiterhin Facharbeiter aus dem gewerblich-technischen Bereich, insbesondere Elektriker, Metallbauer und Fachleute der Faserverbundtechnik, die unter anderem für den Rotorblattbau gesucht werden. Kranken- und Pflegekräfte mit staatlichem Examen würden auch weiterhin gesucht.Weitgehend unverändert ist die Zahl der Arbeitslosen, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Das betrifft etwa sieben von zehn Arbeitslosen oder fünf Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung. Dabei handelt es sich aber nur zum Teil um die selben Personen wie vor einem Jahr oder einem Monat. So kamen im Januar 268 Personen neu in den Hart-IV-Bezug. Von den 202 Personen, die den Hart-IV-Bezug beendeten, nahmen 48 eine Erwerbstätigkeit auf, 49 eine Fortbildungs- oder
Beschäftigungsmaßnahme. Über den Verbleib der übrigen 105 Personen, die den Hart-IV-Bezug beendeten, gibt es keine Angaben.


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