Lemwerder. Lange war es so ruhig um das sogenannte Regiehaus im Sport- und Freizeitzentrum, dass der Streit um dessen Nutzung in Vergessenheit geriet. Die Läufer der Sportgemeinschaft Akquinet haben das Thema aber nicht vergessen. Sie drängen darauf, das Regiehaus nutzen zu können.
Die SG Akquinet wartet seit eineinhalb Jahren darauf, das Regiehaus an der Laufbahn für ihre Teambesprechungen und zum Unterstellen ihrer Sporttaschen nutzen zu dürfen. Der SV Lemwerder, dessen Fußballer das Regiehaus einst erbaut haben und dem die Nutzung vertraglich zugesichert wurde, lehnt das ebenso lange ab.
Nun beschäftigte das Thema erneut die Ratsmitglieder im Ausschuss für Jugend, Kultur und Sport, die sich deutlich spürbar lieber mit anderen Themen beschäftigen würden. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Der Grund: Weil die SG Akquinet das Regiehaus nicht nutzen darf, möchte sie als Ersatz eine Holzhütte an der Laufbahn errichten. Um diesen Antrag sollte es eigentlich am Donnerstagabend gehen.
Der Antrag liegt schon seit Monaten vor. Über ihn wurde aber nie entschieden, weil Politik und Verwaltung darauf setzten, dass SG Akquinet und SVL sich untereinander über die Nutzung des Regiehauses einigen würden und die Politik keine Vorgaben machen muss.
Wie schon im vergangenen Jahr wurde außerdem auch in dieser Ausschusssitzung noch einmal darauf verwiesen, dass genügend Umkleideräume in der Ernst-Rodiek-Halle zur Verfügung stünden, die die Läufer der SG Akquinet selbstverständlich nutzen könnten. Bedarf für eine zusätzliche Holzhütte konnten daher weder die Verwaltung noch die Fraktionen erkennen.
Da es offenbar um mehr gehe als um die Möglichkeit, dass Läufer sich umziehen können, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolf Rosenhagen, werde der Hinweis auf die Umkleideräume in der Sporthalle wohl kaum reichen, das Problem zu lösen.
Deutlich genervter vom Unwillen oder dem Unvermögen der beiden Vereine, sich zu einigen, zeigte sich Harald Schöne. "Wir müssen uns fragen, inwieweit wir als Gemeinde noch Herr unserer Räume sind", brachte der FDP-Fraktionsvorsitzende die Verärgerung der Politik auf den Punkt, so dass Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann nur zustimmen konnte: "So ist es."
Da eine Einigung bisher nicht möglich war und die Hoffnung dem Sprichwort nach zuletzt stirbt, folgte der Ausschuss am Ende dem Vorschlag von Rosenhagen, die streitenden Parteien noch ein weiteres Mal an einen Tisch zu bitten, um eine Lösung zu suchen.
Der Bau einer Holzhütte am Rande der Laufbahn, stellte Beckmann klar, werde dabei allerdings keine Rolle spielen. Er könne sowieso nicht verstehen, warum die Läufer jetzt eine Hütte oder das Regiehaus benötigen. Vor Gründung der SG Akquinet gehörten die Läufer zum SVL. Seinerzeit hätten sie das Regiehaus auch nicht für ihr Training benutzt.
Die Fragestellung des erneuten Gesprächs, das im Rahmen des neu belebten Sportbeirats diskutiert werden soll, müsse daher lauten: "Will die Gemeinde noch Herr ihrer eigenen Anlagen sein?" Dieser Auffassung stimmten alle Fraktionen zu und lehnten den Bau der Holzhütte ab.
Im Sportbeirat, dessen Vorsitz zunächst der LTV-Vorsitzende Burkhard Koberg übernommen hat, soll sich dann noch eines anderen Problems annehmen, mit dem sich der Ausschuss beschäftigt hat, ohne jedoch eine Entscheidung zu treffen. Dabei geht es um einen Zuschussantrag des VSK Bardewisch, der sich nicht mehr in der Lage sieht, die Strom- und Heizkosten für sein Vereinsheim aufzubringen.
Das Vereinsheim war einst auf Kosten der Gemeinde errichtet und später ausgebaut worden. Für den Unterhalt, so heißt es in einer seit Jahren geltenden Vereinbarung, kommt der VSK Bardewisch auf. Würde die Gemeinde die Kosten für Strom und Heizung jetzt auch noch übernehmen, so die vorläufige Meinung im Ausschuss, gebe es kein Argument mehr, anderen Vereinen entsprechende Zuschüsse zu verweigern. Der Sportbeirat soll nun auch dafür eine Lösung finden.


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