Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) wertete das neu eingeführte Turbo-Abitur nach zwölf Jahren als Erfolg: "Kein einziger möchte wieder zurück zum Abitur nach 13 Jahren", betonte der Minister. Die Schüler hätten die Prüfungen trotz verkürzter Schulzeit mit ähnlich guten Noten wie ihre Vorgänger bewältigt und ein Jahr für ihr Leben gewonnen.
Insgesamt absolvierten etwa 50 000 Schüler das Abitur, 23 000 mehr als im Vorjahr. Ob die neuen Turbo-Abiturienten genauso gut abgeschnitten haben wie der letzte Gymnasial-Jahrgang mit dem Abitur nach 13 Jahren, wird erst in einigen Wochen ausgewertet sein. Gegner haben ein Volksbegehren gegen das Turbo-Abitur gestartet, das auch von der Opposition im Landtag kritisiert wird.
An den Integrierten Gesamtschulen (IGS) soll 2018 das Abitur nach zwölf Jahren eingeführt werden. Davon rücke die Landesregierung nicht ab, heißt es aus dem Ministerium. Seit der Aufhebung des Neugründungsverbot für Gesamtschulen 2008 hat die Landesregierung 33 neue IGS und vier Kooperative Gesamtschulen (KGS) genehmigt. Zum Schuljahr 2011/2012 starten die IGS Winsen/Luhe, Buxtehude, Melle, Hameln und Krummhörn/Pewsum. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Gesamtschulen zugunsten der umstrittenen neuen Oberschule zu vernachlässigen. Althusmann weist dies zurück.
Derzeit liegen laut Ministerium 143 Anträge für Oberschulen vor, 121 davon sind genehmigt. 18 dieser Oberschulen verfügen über ein gymnasiales Angebot in der Sekundarstufe 1. Die Oberschulen können als teilweise gebundene Ganztagsschule - also mit zwei verpflichtenden Unterrichtsnachmittagen - oder als offene Ganztagsschule geführt werden. Ein Sozialpädagoge mit halber Stelle soll den Schülern bei der Berufsorientierung Hilfestellung geben.
Aktuelle Bildungsstudien bezeichnen das Sitzenbleiben als "pädagogisch unwirksam" und plädieren für eine Abschaffung des Wiederholens von Klassen. Dennoch wird auch in Niedersachsen wieder für etwa 20 000 Schüler die Freude über die großen Ferien getrübt sein. Sie haben das Leistungsziel nicht erreicht und müssen eine Klasse wiederholen. Für diejenigen, die auf eine Nachprüfung hoffen, steht in den Sommerferien statt Sonnen im Freibad Pauken am Schreibtisch an. (dpa)


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