Das sie damit die richtige Entscheidung getroffen hat, zeigte sich dann am darauffolgenden Morgen. Der Fährbetrieb wurde gestern um 11.15 Uhr eingestellt. Fahrdienstleiter Frank Ackermann: "Aufgrund der Windstärke konnten wir eine sichere Fahrt nicht gewährleisten." Schüler, die das Abitur machen, sind darauf angewiesen, mit dem Schiff aufs Festland fahren zu können. Auf der Insel wird nur bis zur zehnten Klasse unterrichtet. "Wir haben die Schulen in Norden informiert. Die Schüler müssen für die Nacht gegebenenfalls bei Freunden unterkommen." Nicht nur den Weg auf die Insel zu finden, war schwierig - auch das Wegkommen von der Insel. Die Nachfrage nach Handwerkern sei groß, deswegen hätten sich viele morgens vom Festland auf den Weg nach Norderney gemacht. Sie mussten sich für die Nacht eine Unterkunft suchen.
Frank Ulrichs, Bürgermeister von Norderney, sah dem Sturm sehr gelassen entgegen. "Diese Sturmflut ist für uns eher harmlos." Es seien Wasserstände bis 1,75 Meter vorhergesagt. "Wir machen uns erst ab einer Höhe von zwei Metern und mehr Sorgen." Auch im Supermarkt war es ruhig - keine Kunden, die sich mit Lebensmitteln eindeckten. "Wir haben eher das gegen-
teilige Problem: Bei dem Wetter kommt niemand zum Einkaufen", sagt Verkäufer Erik Schoolmann. Kaum jemand sei auf der Straße gewesen bei dem Wind. Viele Dachziegel seien auf der Insel durch den Sturm zu Bruch gegangen. "Wir nehmen es hin, an das Wetter sind wir gewöhnt. Besonders zu dieser Jahreszeit."


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