SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil muss noch viel lernen. Bevor Hannovers Oberbürgermeister seinen politischen Marsch in den Landtag antritt, sollte er sich dort auch örtlich auskennen. Im verwinkelten Nebengebäude jedenfalls hat Weil offenbar noch Orientierungsprobleme, die Suche nach einem Sitzungssaal erwies sich als schwierig. Rettung nahte aber schnell - ausgerechnet von der FDP. Deren Abgeordneter Jan-Christoph Oetjen führte Weil über eine Treppe zum gewünschten Ziel. "Die FDP", säuselte Oetjen hilfsbereit, "zeigt Ihnen doch gern den Weg."
Der Ruhm von Niedersachsens Partei Die Linke scheint langsam zu verblassen. Vier Jahre nach ihrem Einzug ins Parlament ist jedenfalls das Klingelschild der Landesgeschäftsstelle kaum noch zu lesen. Wer die Partei sucht, geht erst mal vergeblich am richtigen Eingang vorbei. "Das müssen wir sofort ändern", erklärte Linke-Landeschef Manfred Sohn etwas pikiert. Vielleicht eine Entschuldigung: Die Parteizentrale wird derzeit renoviert und behindertengerecht ausgebaut. Das ist natürlich wichtiger als ein simples Klingelschild.
Ein überraschendes Lob erhielt Niedersachsens neuer Umweltminister Stefan
Birkner (FDP). Gemeinsam mit Ministerpräsident David McAllister (CDU) stellte er das Energiekonzept der schwarz-gelben Landesregierung vor; der öffentliche Auftritt im Doppelpack mit dem Regierungschef war eine Art Premiere im neuen Amt. Birkner schlug sich wacker und löste damit großes Wohlwollen bei McAllister aus: "Hast du gut gemacht", sprudelte es spontan aus dem Ministerpräsidenten heraus. Fehlte nur noch ein kräftiges Schulterklopfen?


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