Die Zahl der bereits tot und missgebildet geborenen Lämmer liegt aber um ein vielfaches höher, teilte die Landwirtschaftskammer in Oldenburg mit. Ein Landwirt bekommt nur bei einem ersten Verdachtsfall die Untersuchung eines Tieres bezahlt. Folgen weitere Missgeburten, wird auf die Überprüfung verzichtet.
Die Stimmung bei den Tierhaltern schwanke zwischen Hoffnung und Resignation, sagte Tierzuchtreferent Klaus Gerdes von der Landwirtschaftskammer. Viele Halter hoffen, dass die als Überträger ausgemachten Mücken ihren Bestand in der kritischen Zeit im vergangenen Jahr verschont haben. Andere haben sämtliche Schafe nach einer Serie von Totgeburten verkauft.
Da Rinder vor allem im März und April Nachwuchs bekommen, lässt sich über das ganze Ausmaß der Auswirkungen des Schmallenberg-Virus dort noch nichts sagen.
Der Experte rief die Veterinärämter dazu auf, auch von Landwirten gemeldete Verdachtsfälle zu registrieren, um ein besseres Bild von der Verbreitung der Krankheit zu bekommen. Dass Ämter Landwirten wegen der Vielzahl betroffener Tiere von einer Untersuchung abrieten, wie dies ein Landwirt aus dem Kreis Aurich meldete, dürfe nicht passieren. Auch wenn der Verlust der Tiere für die Bauern ein herber Schlag sei, gerieten sie dadurch zumeist nicht in Existenznot. Der Verlust von 50 Lämmern etwa schlage mit 5000 Euro zu Buche.
Das Land unterstützt den Bund bei der Einführung einer Meldepflicht, sagte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums. Nach einer Anerkennung der neuen Krankheit auf EU-Ebene könnten Landwirte auf eine mögliche Entschädigung über die Tierseuchenkasse hoffen. Ob und wann dies der Fall sein wird, lasse sich noch nicht sagen.
Bundesweit ist die im November erstmals in Deutschland festgestellte Krankheit inzwischen in 13 Bundesländern nachgewiesen. Rund 400 Betriebe sind betroffen. In Niedersachsen gibt es 12 000 Schafhalter, von denen 80 Prozent allerdings weniger als 20 Schafe haben. (dpa)


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