Frage: Heute schon geübt?
Joja Wendt: Ja, der Tag vor dem Live-Konzert ist wichtig, weil sich das Erlernte über Nacht noch setzen kann. Ich spiele mich ein und lasse einfach die Finger laufen. Ich fühle mich dann besser. Es ist immer gut, die Disziplin zu wahren.
Was erwartet die Gäste am 30. November in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck?
Es wird ein Plädoyer für genreübergreifendes Klavierspiel geben. Das Programm hat Jazz-, Klassik-, Boogie-Woogie-, Rock- und Pop-Elemente. Ich nutze unter anderem die harmonischen Strukturen von klassischen Stücken. Die Grundaussage lautet: Klavierspielen macht Spaß.
Was macht für Sie den Reiz des Klavierinstruments aus?
Klavier war schon immer mein Instrument. Meine größere Schwester spielt auch Klavier. Die Musik mit dem Piano ist interessant. Das Klavierspiel liegt auch in der Familie. Vorfahren spielten Klavier. Es waren auch Konzertpianisten darunter. Manchmal scheint es, als hätte sich das Klavier mich ausgesucht.
Welches Instrument hätten Sie stattdessen gern erlernt?
Die Konzert- und E-Gitarre. Es sind eben auch Saiteninstrumente, die durch das Ziehen der Saiten ihren Klang verändern. Das ist interessant. Die Gitarre gehört auch zur Musik der Beatles und spielt unter anderem eine große Rolle bei der Musik der Gruppe "Shakatak".
Was ist für Sie "gute" Musik?
Gute Musik ist zunächst keine Frage des Genres. Sie kann manchmal auch eine tolle, pfiffige Idee sein. Musik wirkt als großes, emotionales Transportmittel und ist verbindend. Als ich in Fernost war und mit Händen und Füßen kommunizieren musste, war es mit der Musik einfach. Musik ist eben für alle Kulturkreise gleichermaßen präsent. Musik als Selbstzweck finde ich weniger toll. Ich liebe sie, wenn sie hilft, ein Lebensgefühl auszudrücken. Musik ist eine tolle, universelle Sprache.
Was zeichnet einen guten Musiker aus?
Das ist jemand, der versteht, mit Musik seine Persönlichkeit gut rüberzubringen. Mit der Musik lässt sich nichts verstecken. Manche Musiker wollen offenbar, dass man sie in ihrer Musik entdeckt. Bei mir ist das anders: Ich gehe auf die Leute zu, weil ich eben so bin. Musik hat den Vorteil, dass sie zeigt, was sich nicht verstecken lässt.
Was machen Sie, wenn Sie nicht Klavier spielen?
Ich habe gerade in Ägypten mit Kite-Surfen angefangen. Das kann man auch hierzulande prima ausüben auf der Ostsee bei Usedom, St. Peter Ording oder auf Sylt. Außerdem spiele ich gern Tischtennis. Da spiele ich eigentlich recht hoch und zwar in der Hamburger Verbandsliga. Und dann gehe ich noch laufen. Das ist ein toller Ausgleich.
Wie sieht ein perfekter Tag für Joja Wendt aus?
Jedenfalls liege ich nicht auf der faulen Haut. Ich frühstücke mit meiner Familie, dann spiele ich Klavier, treibe anschließend etwas Sport, spiele wieder auf dem Piano und koche später mit der Familie und Freunden. Ja, das klingt nach dem perfekten Tag.
Ist Ihre Art Klavier zu spielen nun Kunst, Klassik oder Unterhaltung?
Ich denke, es ist niveauvolle Unterhaltung - und manchmal auch Kunst. Es gibt Genres, die ich gut spielen kann. Vielleicht besser als andere. So möglicherweise Boogie-Woogie. Es gibt sehr, sehr gute Klassik-pianisten. Ich wollte mich nie mit ihnen messen. Eigentlich mag ich nicht, dass es Kunst ist. Das klingt so hochgestochen. Jedenfalls bringe ich immer eine persönliche Note ins Spiel.
Weiterführende Informationen gibt es auch im Internet unter www.jojawendt.de und www.stadthalle-osterholz.de



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